Agrarkrise

Eine Agrarkrise ist eine Wirtschaftskrise in der Landwirtschaft, das heißt eine Phase des Rückgangs der agrarischen Produktion. Dadurch werden die Landwirte unter Stress gesetzt, das heißt, sie müssen häufig ihr Land verkaufen und in die Städte abwandern: Diese Landflucht hat oft erhebliche soziale Auswirkungen. Wichtiger waren früher häufig die Folgen einer Agrarkrise für die Gesamtbevölkerung, die ja von den Produkten der Landwirtschaft lebte. Die dadurch ausgelöste Unzufriedenheit großer Teile der Bevölkerung kann in politischen Protest, Revolten oder Revolutionen umschlagen.

Es lassen sich verschiedene Typen von Agrarkrisen unterscheiden: Im Mittelalter waren Agrarkrisen oft langfristige Unterkonsumtionskrisen, das heißt dass mangelnde Nachfrage etwa aus demographischen Gründen die Getreidepreise sinken ließ. Im Gegenteil konnte Missernte kurzfristig auch zu einer Teuerung der Getreidepreise oder zu einer Hungersnot führen. Spätestens seit dem 20. Jahrhundert können Hungersnöte über den Welthandel ausgeglichen werden, also durch Import von Lebensmitteln. In modernen Gesellschaften sind Agrarkrisen typischerweise Überproduktionskrisen, in denen das Angebot die Nachfrage übersteigt und daher die Preise für Lebensmittel sinken.