Allgemeiner Deutscher Burschenbund

Der Allgemeine Deutsche Burschenbund (ADB) war ein burschenschaftlicher Korporationsverband. Er entstand auf Betreiben von Konrad Küster am 11. November 1883 als liberale Gegengründung zum zwei Jahre zuvor gebildeten Allgemeinen Deputierten Convent – der späteren Deutschen Burschenschaft (DB). Die Mitgliedsbünde des ADB unter Führung der Burschenschaft Neogermania Berlin bezeichneten sich anfangs selbst als Reformburschenschaften und bezogen sich stärker als die Mehrheit der ADC/DB-Burschenschaften auf das liberal-demokratische Erbe der Urburschenschaft. Sie kritisierten den „überhandnehmenden Luxus, die Mensursimpelei und die geringe Wissenschaftlichkeit“ anderer Verbindungen und verwarfen unter anderem Traditionen wie den Fuchscomment und die Bestimmungsmensur als unzeitgemäß.

  1. Der ADB „zeigte eine waffenstudentenfeindliche Einstellung. Nach einer mitgeteilten Verlautbarung (Deutsche Korpszeitung 30, S. 132) nannte er das Abkommen der großen [waffenstudentischen] Verbände als ein Mittel zur „Tyrannisierung der übrigen Studentenschaft“. Auch an anderer Stelle – so DKZtg. 30, S. 345 ff., 379 ff. – wurde auf dieses Verhalten hingewiesen. Der ADB fand im „Vorwärts“, dem amtlichen Blatt der SPD, einen Bundesgenossen. Dieser bezeichnete das Corpsstudententum als Pflanzschule der Reaktion. Sein Ziel sei, den Nachwuchs für eine Mandarinenkaste zu züchten (DKZtg. 30, S. 285).“ Siegfried Schindelmeiser: Die Geschichte des Corps Baltia II zu Königsberg i. Pr., 5. Teil. München 1970–1985.