Alu-Sequenz
Alu-Sequenzen sind eine Familie repetitiver (sich wiederholender) DNA-Sequenzen in Genomen von Primaten. Sie gehören zu den short interspersed nucleotide elements (dt. ‚kurze, verteilte Nukleotidelemente‘), abgekürzt SINEs. Alu-Sequenzen sind jeweils circa 300 Basenpaare (bp) lang, machen jedoch über 10 % des menschlichen Genoms aus (das entspricht einer Kopienanzahl von über 1 Million). Sie sind besonders häufig in den überdurchschnittlich genreichen R-Banden zu finden. Alu-Sequenzen werden durch die RNA-Polymerase III transkribiert, jedoch nicht translatiert, es werden also RNAs gebildet, diese jedoch nicht in Proteine übersetzt.
Die Sequenz wurde 1978 von Catherine M. Houck und ihren Kollegen im Menschen entdeckt. Sie wurde nach dem Restriktionsenzym AluI (aus Arthrobacter luteus) benannt, weil es diesen Abschnitt in zwei Teile auftrennt. Es entsteht ein 170-bp- und ein 130-bp-Element.
- ↑ J. O. Kriegs, G. Churakov, J. Jurka, J. Brosius & J. Schmitz. Evolutionary history of 7SL RNA-derived SINEs in Supraprimates In: Trends in Genetics 23(4)/2007, S. 158–161 doi:10.1016/j.tig.2007.02.002
- ↑ M. A. Batzer and P. L. Deininger. Alu Repeats and Human Genomic Diversity. Nature Reviews Genetics 3: 370-9 (May 2002)
- ↑ P. D. Mariner, R. D. Walters, Ce. A. Espinoza, L. F. Drullinger, S. D. Wagner, J. F. Kugel & J. A. Goodrich: Human Alu RNA is a modular transacting repressor of mRNA transcription during heat shock In: Molecular Cell 29/29. Februar 2008, S. 499–509
- ↑ C. M. Houck, F. P. Rinehart, C. W. Schmid. A ubiquitous family of repeated DNA sequences in the humane genome in: J. Mol. Biol. 132: 289-306 (1979), doi:10.1016/0022-2836(79)90261-4