Andrea Doria (Schiff, 1953)

Andrea Doria
Schiffsdaten
Flagge Italien Italien
Schiffstyp Linienpassagierschiff
Rufzeichen ICEH
Heimathafen Genua
Eigner Italia – Società di Navigazione
Bauwerft Cantieri Navali Ansaldo di Sestri Ponente, Genua
Baunummer 918
Stapellauf 16. Juni 1951
Übernahme 9. Dezember 1952
Indienststellung 13. Januar 1953
Verbleib am 26. Juli 1956 gesunken
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 213,4 m (Lüa)
Breite 27,5 m
Tiefgang (max.) 10,84 m
Vermessung 29.083 BRT
9.567 NRT
 
Besatzung 563
Maschinenanlage
Maschine 2 × Dampfturbine mit einfachem Untersetzungsgetriebe
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat 37.300 kW (50.714 PS)
Höchst­geschwindigkeit 26,0 kn (48 km/h)
Propeller 2 × Festpropeller
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 9.567 tdw
Zugelassene Passagierzahl 1241
I. Klasse: 218
Kabinenklasse: 320
Touristenklasse: 703
Sonstiges
Registrier­nummern Registernummer: 2949

Die Andrea Doria war ein italienisches Passagierschiff der Linie Italia – Società di Navigazione mit Heimathafen Genua, das im Jahr 1953 in Dienst gestellt worden ist. Sie ist weithin bekannt durch die Umstände ihres Untergangs vor Nantucket im Juli 1956, bei dem 1.660 der 1.706 Passagiere und Besatzungsmitglieder gerettet werden konnten. Die Rettungsaktion wird oft als die größte Rettungsaktion in der Geschichte der zivilen Seefahrt bezeichnet – gemessen an der Zahl der geretteten Personen blieb sie das bis zur Havarie der Costa Concordia im Jahr 2012.

Der zum Untergang führende Zusammenstoß der Andrea Doria mit dem schwedischen Passagierschiff Stockholm gilt bis heute als prominentester Fall und Lehrbeispiel einer Kollision infolge fehlerhafter Radar-Nutzung (‘radar assisted collision’). Die Lehren, die aus dieser Kollision gezogen worden sind, hatten maßgeblichen Einfluss auf die Weiterentwicklung der Kollisionsverhütungsregeln. In den ab 1972 bis heute gültigen internationalen Regeln zur Verhütung von Zusammenstößen auf See sind Anforderung einer ordnungsgemäßen Radarnutzung und Ausweich-Regeln für Schiffe, die einander bei verminderter Sicht lediglich durch Radar orten können, explizit aufgeführt.

Das nach dem genuesischen Admiral Andrea Doria benannte Schiff lief am 16. Juni 1951 vom Stapel und unternahm seine Jungfernfahrt am 14. Januar 1953. Die Andrea Doria war das schnellste Schiff der italienischen Flotte. Auf seiner 51. Fahrt kollidierte der Luxusliner am 25. Juli 1956 auf dem Weg nach New York vor der Küste von Nantucket mit dem ostwärts fahrenden Kombischiff Stockholm. Nach der Kollision entwickelte die Andrea Doria eine starke Schlagseite, wodurch die Hälfte der Rettungsboote nicht verwendet werden konnte. Die schnelle Reaktion anderer Schiffe verhinderte eine ähnliche Katastrophe wie 1912 bei der Titanic, sodass ein Großteil der Passagiere und der Besatzung überlebte: 1660 Menschen wurden gerettet, 46 Menschen starben.

Am folgenden Morgen kenterte das mittlerweile evakuierte Schiff und sank schließlich. Ort und Umstände des Unglückes waren jenen des Unterganges des White-Star-Liners Republic 1909 ähnlich. Der Unfall erregte großes Interesse in den Medien und hatte eine Vielzahl von Prozessen zur Folge. Die Andrea Doria war das letzte große Passagierschiff auf transatlantischer Route, das sank. Der Transatlantikverkehr mit Schiffen auf dem Nordatlantik wurde in den 1960er Jahren fast vollständig durch den Luftverkehr abgelöst.

  1. Zeitgeschichte: Der Untergang der "Andrea Doria". In: Der Spiegel. 11. November 2005, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 7. Oktober 2025]).
  2. Comparison Chart (US-amerikanische Datumsformatierung und Maße), PBS Online – Lost Liners.