Andreas G. Graf
Andreas G. Graf (* 29. April 1952; † 5. Juli 2013) war ein deutscher Historiker und Geschichtsredakteur.
Graf studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie am Institut für Marxismus-Leninismus Geschichte und promovierte im Februar 1990 über Anarchismus. Zeitweise war er Mitarbeiter und Sekretär beim vom Runden Tisch 1990 initiierten Medienkontrollrat der DDR, der im September 1990 seine Arbeit einstellte, als die Übernahme der ostdeutschen Medien durch westdeutsche Einrichtungen unabwendbar war. Gleichzeitig organisierte er sich im Unabhängigen Historikerverband der DDR und äußerte 1991 klar: „Nur wenige sozialwissenschaftliche Disziplinen standen so unter parteipolitischer Kuratel wie die Geschichtswissenschaft. Sie war nicht bloßer Appendix, sondern Legitimationsvehikel der SED-Herrschaft schlechthin, auf die der studentische Nachwuchs a priori eingeschworen wurde.“
2001 wurde er Mitarbeiter im Otto-Suhr-Institut für Politik und bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand unter Peter Steinbach. Grafs Forschungen betrafen die anarchistische und anarchosyndikalistische Bewegung in Deutschland im Kaiserreich, der Weimarer Republik und in der Zeit des Nationalsozialismus vor allem den Widerstand. So gab er einen Reisebericht des schwedischen Anarchisten Rudolf Berner mit heraus. Er war erst Redakteur und zuletzt auch Mitherausgeber der Fachzeitschrift IWK – Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, die 2008 wegen fehlender Finanzierung eingestellt wurde.
- ↑ Wende und Wände, S. 37.