Androzentrismus
Als Androzentrismus (von altgriechisch ἀνήρ anḗr, Genitiv ἀνδρός andrós, ‚Mann‘, und „Zentrismus“) wird eine Weltbildern, kulturellen und institutionellen Praktiken zugrundeliegende Sichtweise bezeichnet, die den Mann als Zentrum sieht bzw. männliche Lebensmuster und Denksysteme zur Norm erklärt und so unterschiedslose Generalisierungen von „Mann“ zu „Mensch“ trifft, verbunden mit einem Gender Bias. Andere Geschlechter, vor allem das „Weibliche“, werden dann als Abweichungen und besonders gegenüber dem Allgemein-Menschlichen konstruiert.
Es wird vermutet, dass die Ursache für diese männerzentrierte Sichtweise nicht unbedingt negative Überzeugungen gegenüber Frauen sind, sondern vielmehr gesellschaftliche geteilte kognitive Strukturen, die Männer als typischere Mitglieder der Kategorie „Mensch“ positionieren als Frauen. Androzentrismus wird dennoch mit Hinblick auf seine Auswirkungen als Form des Sexismus angesehen, (auch wenn er sich begrifflich davon trennen lässt) und befindet sich auf demselben Spektrum wie die Misogynie.
Die Beschäftigung mit dem Androzentrismus ist ein zentraler Bestandteil des Feminismus.
- 1 2 3 Metzler Lexikon Philosophie, abgerufen am 4. Juli 2024.
- 1 2 3 Carolyn Hibbs: Androcentrism. In: Encyclopedia of Critical Psychology. Springer, New York, NY 2014, ISBN 978-1-4614-5583-7, S. 94–101, doi:10.1007/978-1-4614-5583-7_16.
- ↑ Peter Hegarty, Carmen Buechel: Androcentric Reporting of Gender Differences in APA Journals: 1965–2004. In: Review of General Psychology. Band 10, Nr. 4, 1. Dezember 2006, ISSN 1089-2680, S. 377–389, doi:10.1037/1089-2680.10.4.377 (sagepub.com [abgerufen am 2. Februar 2025]).
- 1 2 Margrit Eichler: Nonsexist research methods: A practical guide. 1. Januar 1987 (academia.edu [abgerufen am 17. September 2024]).
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- ↑ Wuppertal Institut: Geschlechtergerechtigkeit als Basis für nachhaltige Klimapolitik. Abgerufen am 17. September 2024.