Philosophie der Antike

Die Philosophie der Antike ist die älteste philosophiegeschichtliche Epoche der westlichen Welt. Sie umfasst mehr als 1100 Jahre und reicht von dem etwa um 600 v. Chr. wirkenden ersten Vorsokratiker Thales von Milet bis zu den letzten Neuplatonikern und der Schließung der Platonischen Akademie im 6. Jahrhundert n. Chr. Die Philosophie der Antike entstand in den von den Griechen besiedelten Gebieten des Mittelmeerraums und entfaltete sich später im gesamten Römischen Reich.

Die Epoche kann man grob einteilen in die Zeit der Vorsokratiker von etwa 600 bis 400 v. Chr., der griechischen Klassik ab etwa 500 v. Chr., des Hellenismus ab etwa 300 v. Chr. sowie der römischen Zeit, die um Christi Geburt einsetzt und ab etwa 250 in die Philosophie der Spätantike überging. Auf letztere folgte in Europa die Philosophie des Mittelalters.

Die antiken Philosophen selbst lassen sich folgenden Gruppen zuordnen. Diejenigen, die von etwa 600 bis Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. gewirkt haben, also vor Sokrates oder unbeeinflusst von ihm, bezeichnet man als Vorsokratiker. Sie haben das damalige von Mythen und Göttern geprägte Weltbild ansatzweise durch philosophische und naturwissenschaftliche Erklärungsversuche ersetzt. Mit Sokrates beginnt die griechische Klassik, die ungefähr von der Mitte des 5. Jahrhunderts bis 300 v. Chr. reicht. Damals war Athen das geistige Zentrum Griechenlands. Mit Sokrates’ Schüler Platon und dessen Schüler Aristoteles traten damals zwei der wichtigsten und bis heute einflussreichsten Denker auf. In der Zeit der Klassik entstanden auch die Philosophenschulen der Sophisten, der Kyniker sowie der Kyrenaiker und während des nachfolgenden Hellenismus die der Stoiker und der Epikureer.

Die antike Philosophie nahm Einflüsse von den Kulturen des Judentums, des alten Ägypten, des Perserreichs und Mesopotamiens auf. Andere wichtige philosophische Traditionen des Altertums waren die Chinesische und die Indische Philosophie, die sich beide etwa ab 1000 v. Chr. entwickelten.