Judentum

Als Judentum (hebräisch יַהֲדוּת jahadut, griechisch ἰουδαϊσμός ioudaismos; veraltet auch Mosaismus) werden einerseits die Gesamtheit der Juden (das jüdische Volk, die Judenheit) sowie andererseits die jüdische Religion und jüdische Kultur als für die jüdische Identität maßgebliche Konzepte bezeichnet.

Das jüdische Volk entstand ab etwa 1200 v. Chr. und entwickelte den JHWH-Monotheismus, aus dem später die weiteren abrahamitischen Religionen Christentum und Islam hervorgingen. Die jüdische Eingottlehre wird auch als ethischer Monotheismus bezeichnet.

Nach dem Verlust des Jerusalemer Tempels (70) entstand in der Spätantike das Rabbinische Judentum. Seit der frühneuzeitlichen Haskala (der jüdischen Aufklärung) bestehen als Hauptströmungen ein Orthodoxes Judentum und ein Konservatives Judentum, seit dem 19. Jahrhundert kam ein Liberales Judentum dazu.

Ihre gemeinsame Grundlage ist die schriftliche Tora („Weisung“), der erste und wichtigste Teil der hebräischen Bibel (Tanach). Die rabbinische Literatur legt die Tora vor allem mit Mischna und Talmud aus.

  1. Louis Jacobs: Judaism. In: Michael Berenbaum, Fred Skolnik (Hrsg.): Encyclopaedia Judaica. Band 11. 2. Auflage, Macmillan, Detroit 2007, S. 511–520.
  2. Norman Solomon: Torah from Heaven. The Reconstruction of Faith. Littman Library of Jewish Civilization, Oxford 2012, ISBN 978-1-906764-13-5, S. 19–31.