Anurie

Klassifikation nach ICD-10
R34 Anurie
N20.9 Anurie durch Stein
T37.0 Anurie durch Überdosis von Sulfonamiden
O08.4 Anurie nach Abort, Extrauteringravidität oder Molenschwangerschaft
N99.0 Anurie nach medizinischen Maßnahmen
T79.5 traumatische Anurie
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Vorlage:Infobox ICD/Wartung/Para 05
Klassifikation nach ICD-11
GB60.Y Sonstiges näher bezeichnetes akutes Nierenversagen
GB70.Z Stein in den oberen Harnwegen, nicht näher bezeichnet
KC01 Angeborene Niereninsuffizienz
MF51 Anurie oder Oligurie
NF0A.5 Traumatische Anurie, anderenorts nicht klassifiziert
ICD-11: EnglischDeutsch (Vorabversion)

Als Anurie bezeichnet man beim erwachsenen Menschen eine Harnproduktion (Alpha privativum, griechisch οὖρα oúra „Harn“) von weniger als 100 ml in 24 Stunden; in der Kinderheilkunde sowie auch in der Tiermedizin gelten (je nach Alter, Größe und Spezies) andere Volumina beziehungsweise Harnflussraten (→ Uroflowmetrie).

Die Anurie ist eine Unterform der Oligurie; man spricht auch von der Oligoanurie und früher von „graduellen Übergängen“ zwischen Oligurie und Anurie. Die Anurie ist damit das Gegenteil der Polyurie. Diuretika antagonisieren die Anurie.

Es wird die echte, durch eine Nierenschädigung bedingte, renale Anurie von einer prärenal bedingten sowie von einer – bei Verschluss der ableitenden Harnwege vorliegenden – falschen, postrenal bedingten, Anurie unterschieden. Diese falsche Anurie heißt auch Harnsperre, Harnverhalt, Harnverhaltung oder Ischurie (Ischuria).

  1. SUNY Stony Brook Pathology Department HBP310 Inflammation. Archiviert vom Original am 27. April 2009; abgerufen am 15. Juni 2009 (englisch).
  2. Gerd Herold: Innere Medizin 2019. Eigenverlag, Köln 2018, ISBN 978-3-9814660-8-9, S. 599.
  3. Hans Freiherr von Kress: Müller-Seifert: Taschenbuch der Medizinisch-Klinischen Diagnostik, 67. Auflage, Verlag von J. F. Bergmann, München 1959, S. 191.
  4. Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Verlag Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung 1966–1977, München / Berlin / Wien 1966, ISBN 3-541-84000-5, 1. Ordner (A bis Carfimatum), S. A 242 f.
  5. Duden: Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Mannheim / Wien / Zürich 1985, ISBN 3-411-02426-7, S. 108 f. Analog: 7. Auflage, Bibliographisches Institut, Mannheim / Leipzig / Wien / Zürich 2003, ISBN 978-3-411-04617-1, S. 124.
  6. Herbert Volkmann (Hrsg.): Guttmanns Medizinische Terminologie. 30. Auflage. Verlag Urban & Schwarzenberg, Berlin / Wien 1941, Sp. 463.