Apostelkonzil

Als Apostelkonvent, Apostelkonzil oder Aposteltreffen wird eine Zusammenkunft der Leiter der Jerusalemer Urgemeinde mit Paulus von Tarsus und seinen Begleitern etwa im Jahr 48 in Jerusalem bezeichnet. Dort trafen die Beteiligten eine für das Urchristentum zentrale Entscheidung über die begonnene Völkermission: Sie vereinbarten, nichtjüdischen Christen die Beschneidung und damit den Eintritt in das Judentum zu erlassen und ihnen nur einige Tora-Gebote aufzuerlegen. Zudem vereinbarten sie, die Missionierung von Judenchristen und sogenannten Heidenchristen untereinander aufzuteilen und bei letzteren eine Kollekte für die Urgemeinde durchzuführen.

Die beiden Texte des Neuen Testaments (NT) dazu stellen übereinstimmend die beschneidungsfreie Völkermission als Hauptergebnis des Treffens heraus. Jedoch fehlen im Eigenbericht des Paulus (Gal 2,1-10 ) die Tora-Auflagen für nichtjüdische Christen (das sogenannte Aposteldekret oder die Jakobusklauseln), die die ganze Urgemeinde laut Apg 15,1-29  als Ergebnis des Treffens beschloss und schriftlich festhielt. Anschließende, im NT überlieferte Konflikte zwischen jüdischen und nichtjüdischen Christen verweisen darauf, dass wesentliche praktische Fragen ihres Zusammenlebens beim Aposteltreffen nicht geklärt wurden.