Apperzeption

Apperzeption (aus neulateinisch adpercipere hinzuwahrnehmen) bedeutet nach Wilhelm Wundt die klare und bewusste Aufnahme des jeweiligen Inhaltes eines Erlebnisses, einer Wahrnehmung oder eines Denkens. Diese Leistungen sind letztlich das Ergebnis sinnesphysiologisch und wahrnehmungspsychologisch determinierter Vorgänge und stellen Angliederungen neuer Inhalte an bereits vorhandene ähnliche Inhalte dar. Sie sind daher als cognitive Funktionen von Assimilation zu unterscheiden. Bei der Assimilation überwiegt u. U. die Reproduktion bereits vorhandener Bewusstseinsinhalte gegenüber der Rolle neuer Sinneseindrücke. Bei der Apperzeption wird ein gleichmäßiges Abwägen dieser beiden Faktoren durch cognitive Leistungen vorausgesetzt.

  1. Georgi Schischkoff (Hrsg.): Wörterbuch der Philosophie. 22. Aufl. Kröner, Stuttgart 1991, Lemma Apperzeption.
  2. Wilhelm Wundt: Grundriß der Psychologie. Leipzig, 1896.
  3. Brockhaus: Philosophie. Mannheim u. Leipzig 2004, Lemma Apperzeption.
    1. S. 443, § 685 zu Kap. „Assimilation“
    2. S. 442, § 683 zu Kap. „Apperzeption“