Assimilation (Lernpsychologie)
Assimilation (französisch assimilation ‚Angleichung ähnlicher Inhalte‘) bedeutet in der Lern- und Entwicklungspsychologie (vor allem nach Jean Piaget) die Integration von Neuem in bestehende mentale Strukturen. Dies kann bedeuten, dass Kinder (aber auch andere Personen) eingehende Informationen in bereits verstandene Konzepte einfügen. Zu unterscheiden ist die Akzentuierung der Stimulus-Ähnlichkeiten mit dem vorhandenen Bewusstseins-Material von Akzentuierung der Stimulus-Differenzen. Das Ergebnis der Assimilation kann daher in zwei verschiedene Richtungen hin ausfallen: Anpassung an den äußeren Stimulus oder Anpassung an das innere Bild. Die ausgeglichene, eher sachlich cognitive Verarbeitung der Stimuli wird - wie von Wilhelm Wundt dargelegt - als Apperzeption benannt.
Assimilation ist nach Piaget eine von zwei Arten der kognitiven Anpassung und dient dem Aufbau stabiler Wissensstrukturen (Äquilibration). Ergänzt wird die Assimilation durch den Prozess der Akkommodation, der Anpassung bestehender Wissensstrukturen als Reaktion auf neue Erfahrungen.
- ↑ W. Schneider, U. Lindenberger (Hrsg.): Entwicklungspsychologie. Beltz PVU, Weinheim 2018, ISBN 978-3-621-28453-0, S. 396.
- 1 2 R. Siegler, N. Eisenberg, J. DeLoache, J. Saffran, S. Pauen (Hrsg.): Entwicklungspsychologie im Kindes und Jugendalter. Springer Wissenschaftsverlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-662-62771-6, S. 135 f.
- ↑ Wilhelm Wundt: Grundriß der Psychologie. Leipzig, 1896.