Bild (Psychologie)

Bild bedeutet in der Psychologie das innere Bild oder Vorstellungsbild entsprechend der alltagssprachlichen Redewendung von „sich ein Bild machen“. Es handelt sich dabei um einen innerseelischen Vorgang, bei dem eine Verbindung zwischen bereits vorhandenen und neuen Sinneseindrücken oder auch zwischen nur unterschiedlichen Denk- bzw. Bewusstseinsinhalten hergestellt wird. Der Vorgang wird in der Geschichte der Psychologie und Philosophie auch Apperzeption genannt. Die so hergestellte ganzheitliche Vorstellung enthält nicht nur visuelle, sondern auch auditive, taktile, kinästhetische, zoenästhetische und andere sensible oder sensorische und meistens auch emotionale Anteile. Der visuelle Anteil ist jedoch stets hervorragend, weil er in der Evolution zu den ältesten Anteilen gehört. Überlieferte Bilderschrifttafeln weisen auf lange zurückliegende Kulturepochen etwa in China oder Ägypten hin. Edmund Husserl (1859–1938) hat hier die Bedeutung der eidetischen Reduktion methodisch hervorgehoben. Neurophysiologisch kann auf die bei der Wahrnehmung beteiligten primären, sekundären und tertiären Zentren verwiesen werden.