Ausrottung der vier Plagen
Die Ausrottung der vier Plagen (chin.: 除四害 chú sìhài), auch Ausrottung der vier Übel genannt, war eine von 1958 bis 1961 laufende Massenkampagne in der Volksrepublik China, die während des „Großen Sprungs nach vorn“ initiiert wurde.
Die Kampagne sollte der Eindämmung von Krankheiten und der landwirtschaftlichen Produktionssteigerung dienen und richtete sich gegen Ratten, Stubenfliegen, Stechmücken und Sperlinge, vor allem Feldsperlinge. Mit den Methoden des Klassenkampfes wurde das chinesische Volk dazu angehalten, diese Tiere auszurotten. Da Vögel als Hauptschädlinge bei der Aussaat angesehen wurden, etablierten sich in China auch die Namen „Kampagne zur Erschlagung der Spatzen“ (打麻雀运动) oder „Kampagne zur Eliminierung der Spatzen“ (消灭麻雀运动).
Die Kampagne führte zu einem schwerwiegenden ökologischen Ungleichgewicht, das neben anderen Maßnahmen des „Großen Sprungs nach vorn“ dazu beitrug, dass eine große Hungersnot entstand, bei der schätzungsweise 20 bis 55 Millionen Menschen starben.
- ↑ Sabine Dabringhaus: Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert. Verlag C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59286-7, S. 133.
- ↑ Stephan Reich: Chinas Krieg gegen Vögel 1958: Mit Kanonen auf Spatzen – Der Spiegel – Geschichte. In: Der Spiegel. Abgerufen am 16. März 2020.
- ↑ Katharina Borchardt: Neuer Blick auf Mao Zedong und seine Zeit. In: deutschlandfunk.de. 7. Juli 2014, abgerufen am 15. März 2026.
- ↑ Zhou Xun: The Great Famine in China, 1958-1962. A Documentary History. Hrsg.: Zhou Xun. Yale University Press, 2012, ISBN 978-0-300-17518-9, S. XII.