Backhaus

Ein Backhaus, auch Gemeindebackhaus (in manchen Gegenden Deutschlands „Backes“, englisch bakehouse, französisch four, spanisch horno, in der Schweiz auch Ofenhaus; im Süddeutschen auch Backhäusle, -hiesle oder -hüsle), stand ehemals in nahezu jedem Ort, da unverzichtbar; je nach Größe des Dorfes gab es auch zwei, abgelegene Gehöfte oder Mühlen hatten eigene kleine Backhäuser.

Meist waren dies einfache Zweckbauten mit ein oder zwei eingebauten Backöfen; sie standen im Ortskern, aber aufgrund der Brandgefahr in der Regel etwas abseits von der nächsten Bebauung. Einen Sonderfall als zweigeschossige Bauten bilden die Backhäuser in Bad Endbach, bei denen im Obergeschoss Räume für Bürgermeister und Gemeindevertretung liegen.

Der flachgewölbte Ofen aus Tuffsteinen wurde mit Holz befeuert, die Asche entfernt, und anschließend mit den Teigrohlingen belegt. Sauerteig-Brotteige wurde zu Hause zu Laiben geformt und zum Backhaus getragen, wo sie gebacken wurde. In manchen Gegenden brachte man den zu Hause vorbereiteten und von feuchten Tüchern bedeckten Teig mit und formte ihn erst im Backhaus zu Laiben. Die Reihenfolge, wer wann backen konnte, wurde eine Woche zuvor z. B. ausgelost.

  1. Das Backhäusle. Abgerufen am 25. Oktober 2025 (deutsch).
  2. Willkommen - Mögginger Backhüsle e.V. Abgerufen am 25. Oktober 2025.
  3. Hans G.Peter, Armin Peter: „Vom Getreide auf dem Feld zum täglichen Brot auf dem Tisch“, Eine Dokumentation: Aussaat, Ernte, Dreschen, Mehl mahlen, Brot backen im Backhaus. Hrsg. Arbeitskreis für Heimatgeschichte Ballersbach, Selbstverlag, 2023.
  4. Horst W. Müller: Wommelshausen 1336–1986 – Ein Dorfbuch. Hrsg. Heimat- und Verschönerungsverein Wommelshausen e. V. Bad Endbach. 2. Auflage. Marburg 1995, Seiten 186 und 187