Az-Zarkaschī
Abū ʿAbd Allāh Badr ad-Dīn Muḥammad ibn ʿAbd Allāh ibn Bahādir az-Zarkaschī (geboren 1344 in Ägypten; gestorben 1392, 745–794 n. H.), besser bekannt als Az-Zarkaschī (arabisch بدر الدين الزركشي), war ein bedeutender islamischer Gelehrter des 14. Jahrhunderts. Er wirkte vor allem im Kairo der Mamlukenzeit und widmete sich einer Vielzahl von Disziplinen, darunter islamisches Recht (Fiqh), Hadith-Wissenschaft, Geschichte und insbesondere der schafiitischen Rechtslehre.
Az-Zarkashī verfasste rund dreißig umfangreiche Werke, von denen die meisten leider verloren gegangen sind – vielfach sind nur ihre Titel überliefert. Zu seinen bekanntesten erhaltenen Schriften zählt al-Burhān fī ʿUlūm al-Qurʾān (arabisch البرهان في علوم القرآن), ein grundlegendes Handbuch über die Wissenschaften des Korans, das bis heute in der islamischen Gelehrsamkeit große Beachtung findet.
Az-Zarkashī studierte die Hadith-Wissenschaft – also die Überlieferungen, die die Worte, Taten und Gewohnheiten des Propheten Mohammed überliefern – in Damaskus bei ʿImād ad-Dīn Ibn Kaṯīr (gest. 1373). In Aleppo vertiefte er seine Kenntnisse in Fiqh und Usūl al-Fiqh bei Schihāb ad-Dīn al-Adhrauʿī (gest. 1381), während er in Kairo Koranwissenschaft und Fiqh unter der Leitung von Ǧamāl ad-Dīn al-Isnawī (1304–1370), dem damaligen Oberhaupt der schafiitischen Rechtsschule, studierte.
- ↑ Zerkeši - Al-Zarkashi, auf islam.ba
- ↑ Andrew Rippin: al-Zarkas̲h̲ī. In: P. J. Bearman, Th. Bianquis, C. E. Bosworth, E. van Donzel, W. P. Heinrichs et al.: Encyclopaedia of Islam. 1960–2007, 2. Auflg., E.J. Brill, Leiden 2012, ISBN 978-9-004-16121-4