Bankotaler

Der Bankotaler (auch Bancotaler, frühere Bezeichnung Banco-Thaler) wurde meist nicht ausgeprägt, sondern war im 17. und 18. Jahrhundert eine Rechnungswährung des Handels. Im gewöhnlichen Zahlungsverkehr war dagegen die Kurantwährung durch Münzen vertreten; umlaufende Silbermünzen wurden in Bankotaler umgerechnet.

Die Prägung der Bankotaler wurde erforderlich, da aller Wechselhandel auf den geringerhaltigen Albertustaler ausgerichtet war und ein Weitermünzen des deutschen Reichstalers nur die Wechsler bereichert hätte. Nach dem Vorbild der Albertustaler prägte zunächst Brandenburg 1695/1696 Bankotaler. Danach erschienen unter August dem Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen (1694–1733) im Jahr 1702 dreierlei unterschiedliche sächsisch-polnische Bankotaler. Unter dem Preußenkönig Friedrich II. (1740–1786) wurden Bankotaler mit der Jahreszahl 1765 als Haupteinlagemünze für die in Berlin neu gegründete Königliche Hauptbank geprägt, deren Masse jedoch 1790 wieder eingeschmolzen wurde.

  1. Paul Arnold, …: Großer Deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute … (Begriffe)
  2. Heinz Fengler, …: transpress Lexikon Numismatik …, S. 32 (Die Umrechnung der umlaufenden Silberprägungen erfolgte in Bankotalern.)
  3. Friedrich von Schrötter …: Wörterbuch der Münzkunde…, S. 56 (Grund für die Prägung)