Königreich Preußen
Der Staat Preußen war seit der Königskrönung Friedrichs III. von Brandenburg 18. Januar 1701 bis zur Abdankung von König Wilhelm II. während der Novemberrevolution am 9. November 1918 ein Königreich. Die Hauptstadt war Berlin.
Da es sich um die bedeutendste Zeit in der Geschichte Preußens handelt, wird der Hinweis auf seine Staatsform Monarchie meistens weggelassen und nur von Preußen gesprochen. Vor 1701 existierte Preußen als Deutschordensstaat und anschließend als Herzogtum Preußen nur am Südrand des Baltikums, welches seinen Namen von den baltischen Prußen (Altpreußen) hatte. Nach 1918 entstand aus dem inzwischen monarchischen Groß- bzw. größtem Teilstaat im Deutschen Reich die parlamentarische Demokratie Freistaat Preußen.
Die Krönung von Friedrich I. fand 1701 im 1618 geerbten Herzogtum Preußen statt. In Brandenburg war dieses nicht möglich, weil der Kurfürst dort der Lehnshoheit des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation unterworfen war. Das Herzogtum lag außerhalb der Reichsgrenzen, und die Brandenburger hatten in ihm auch die volle Souveränität, nachdem es der Große Kurfürst 1660 von der Lehnshoheit des polnischen Königs befreit hatte. Friedrich I. durfte sich daher nur König in Preußen nennen; erst seit 1772 trugen die Monarchen den Titel König von Preußen.