Freistaat Preußen

Freistaat Preußen
Wappen Flagge
Lage im Deutschen Reich
Entstanden aus Preußen
Aufgegangen in den Ländern Nordrhein-Westfalen, Hannover (später Niedersachsen), Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Württemberg-Hohenzollern (später Baden-Württemberg), Sachsen und Berlin. An Polen fielen 1945 die Provinz Oberschlesien, Teile der Provinz Pommern, der Provinz Niederschlesien, der Provinz Brandenburg und der Südteil der Provinz Ostpreußen. Deren Nordteil gehört heute als Oblast Kaliningrad zu Russland. Der Staat Preußen wurde 1947 aufgelöst durch das Kontrollratsgesetz Nr. 46.
Daten aus dem Jahr 1925
Landeshauptstadt Berlin
Regierungsform Parlamentarische Demokratie
Verfassung Preußische Verfassung von 1920
Bestehen 19181933/1947
Fläche 291.700 km²
Einwohner 38.120.173 (1925)
Bevölkerungsdichte 131 Einwohner/km²
Religionen 64,9 % ev.
31,3 % röm.-kath.
1,1 % Juden
2,6 % Sonstige
Reichsrat 26 (1926–1929: 27)
Kfz-Kennzeichen IA Landespolizeibezirk Berlin
IB Grenzmark Posen-Westpreußen (bis 1938)
IC Provinz Ostpreußen
IE Provinz Brandenburg
IH Provinz Pommern
IK Provinzen Ober- und Niederschlesien
IL Regierungsbezirk Sigmaringen
IM Provinz Sachsen
IP Provinz Schleswig-Holstein
IS Provinz Hannover
IT Provinz Hessen-Nassau
IX Provinz Westfalen
IY Regierungsbezirk Düsseldorf
IZ sonstige Rheinprovinz
Verwaltung 13 Provinzen, 34 Regierungsbezirke, 116 Stadtkreise, 361 Kreise (Stand 1933)
Karte

Der Freistaat Preußen war das größte Land des Deutschen Reiches während der Weimarer Republik. Es war ein nach der Novemberrevolution 1918 als parlamentarische Republik aus dem Königreich Preußen hervorgegangener Freistaat. Im Reich erwies sich das Land Preußen politisch stabiler als das Reich. Das Land Preußen wurde fast durchweg von den Parteien der Weimarer Koalition regiert: von SPD, DDP und Zentrum, zeitweise erweitert um die DVP. Mit nur kurzen Unterbrechungen stellten die Sozialdemokraten mit Paul Hirsch und Otto Braun den Ministerpräsidenten. Vor allem die Innenminister Carl Severing und Albert Grzesinski brachten die Reform von Verwaltung und Polizei des Landes im republikanischen Sinne voran, sodass Preußen in der Weimarer Zeit als Bollwerk der Demokratie galt.

Am 20. Juli 1932 unterstellte Reichskanzler Franz von Papen im „Preußenschlag“ das Land der Reichsregierung und nahm ihm so seine Eigenständigkeit. Die preußische Regierung verschmolz ab 1934 bis auf das Finanzministerium mit der Reichsregierung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bestimmte das Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 auch de jure die Auflösung Preußens.

  1. Beckmanns Welt-Lexikon und Welt-Atlas. Verlagsanstalt Otto Beckmann, Leipzig–Wien 1931.