Banū Quraiza
Die Banū Quraiza (arabisch بنو قريظة, DMG Banū Quraiẓa, auch Banu Qurayza) waren zusammen mit den Banū Qainuqāʿ und den Banū n-Nadīr einer der drei einflussreichsten jüdischen Stämme Yathribs, des vorislamischen Medina.
Wie die Banū Nadīr besaßen die Banū Quraiza die landwirtschaftlich ergiebigsten Teile der Oase und sicherten damit sowie durch Geldverleih ihr Einkommen. Die Männer der Quraiza wurden im Jahr 627 auf Verordnung Saʿd ibn Muʿādhs und mit Zustimmung und unter der Aufsicht Mohammeds getötet und ihre Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft.
Überliefert werden diese Ereignisse in der Prophetenbiographie Ibn Ishāqs, in der Maghāzī-Literatur, in der Koranexegese und in Traditionssammlungen. Sie sind somit ausschließlich aus islamischer Sicht dargestellt.
- ↑ Vgl. Virginia de Bosis Vacca: Naḍīr, Banu 'l-. In: The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Band 7. Brill, Leiden 1993, S. 852.
- ↑ Siehe John Marsdon Beaumont Jones: The Chronology of the „Maghāzī“ – A Textual Survey. In: Bulletin of the School of Oriental and African Studies. Band 19, 1957, S. 251 und S. 274.
- ↑ William Montgomery Watt: Muhammad at Medina. Oxford University Press, London 1962, S. 214 (Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ Meir Jacob Kister: The massacre of the Banū Qurayẓa: a re-examination of a tradition. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam. Band 8, 1986, S. 62 (online).