Beeching-Axt
Beeching-Axt, auch Beeching-Fallbeil, Beeching-Bombe oder Beeching-Kürzungen, englisch Beeching Axe, Beeching bombshell oder Beeching cuts, ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die umfangreiche Stilllegung von Eisenbahnstrecken und die Schließung von Bahnhöfen im britischen Eisenbahnnetz in den Jahren zwischen 1963 und Mitte der 1970er Jahre. Die Bezeichnung wurde in Anlehnung an Richard Beeching, den damaligen Vorsitzenden von British Railways, gewählt, der 1963 in seinem Bericht The Reshaping of British Railways die Notwendigkeit einer Neugestaltung und deutlichen Reduzierung des britischen Schienennetzes um ein Drittel der damaligen Streckenlänge dargestellt hatte. Auch wenn nicht alle in Beechings Report aufgelisteten Strecken eingestellt wurden, stellte British Railways in den Folgejahren teils mehr als 1000 km Strecke pro Jahr ein und ganze Regionen verloren ihren Schienenverkehr. Das von Beeching verfolgte Ziel, die Verluste von British Railways zu reduzieren und die staatlichen Eisenbahnen wieder in die Gewinnzone zu bringen, wurde jedoch trotz einer Reduzierung des Netzumfangs um rund 25 % deutlich verfehlt.