Beharren auf Überzeugungen

Beharren auf Überzeugungen, auch als konzeptioneller Konservatismus oder auch Faktenresistenz bezeichnet (englisch belief perseverance) bedeutet, konfrontiert mit neuen Informationen, die einer Überzeugung widersprechen, diese trotzdem zu bewahren. Die anfängliche Hypothese, auf der beharrt wird, wird als hartnäckige erste Hypothese bezeichnet.

Da Rationalität konzeptionelle Flexibilität mit sich bringt, ist Beharren auf Überzeugungen mit der Ansicht vereinbar, dass Menschen manchmal irrational handeln. Philosoph F. C. S. Schiller ist der Ansicht, dass das Beharren auf Überzeugungen es verdient, „zu den grundlegenden ‚Naturgesetzen‘ gezählt zu werden.“

  1. Ulrich Frey: Der blinde Fleck: Kognitive Fehler in der Wissenschaft und ihre evolutionsbiologischen Grundlagen. Walter de Gruyter, 2013. S. 99
  2. Moti Nissani: A cognitive reinterpretation of Stanley Milgram's observations on obedience to authority. In: American Psychologist. Band 45, Nr. 12, 1990, ISSN 1935-990X, S. 1384–1385, doi:10.1037/0003-066x.45.12.1384.
  3. Roy F. Baumeister, Kathleen D. Vohs (Hrsg.): Encyclopedia of social psychology. Sage Publications, Thousand Oaks, Calif. 2007, ISBN 978-1-4522-6568-1, S. 109–110 (books.google.de).
  4. J. F. Voss et al. (Hrsg.): Informal Reasoning and Education. Erlbaum, Hillsdale 1991, S. 172.
  5. Leo H. T. West, A. Leon Pines: Cognitive structure and conceptual change. Academic Press, Orlando, Fl. 1985, ISBN 978-0-12-744590-8, S. 211.
  6. William Ian Beardmore Beveridge: The art of scientific investigation. Norton, New York 1957, S. 110 (Textarchiv – Internet Archive).