Blockkennzeichen

Als Blockkennzeichen (Abk. BK, teils auch Teilblockkennzeichen/Tbk,) werden im Bahnbetrieb in Deutschland Orientierungszeichen bezeichnet, die an Blockstellen aufgestellt werden, die nicht durch den Standort eines Hauptsignals bzw. einer ETCS-Halttafel gekennzeichnet sind. Diese Blockstellen können damit nur von anzeigegeführten Zügen, die mit linienförmiger Zugbeeinflussung oder ETCS Level 2 fahren, genutzt werden. Dementsprechend werden sie auch als LZB-Blockkennzeichen/LBK oder als ETCS-Blockkennzeichen bezeichnet, letztere in der europäischen Normung ETCS Location Marker genannt.

Das Blockkennzeichen wird im Signalbuch (Richtlinie 301) als Orientierungszeichen geführt und ist damit kein Signal im Sinne der Eisenbahn-Signalordnung. Es gilt nur für anzeigegeführte Züge und ist für signalgeführte Züge nicht zu beachten. Sie dienen dazu, einem Triebfahrzeugführer die Stelle anzuzeigen, an der bei einem kommandierten Halt an einer derartigen Blockstelle zu halten ist und ihm die Bezeichnung dieser Blockstelle mitzuteilen. Die Bezeichnung wird benötigt, wenn eine Verständigung zwischen Triebfahrzeugführer und Fahrdienstleiter erfolgen muss, beispielsweise eine Standortmeldung beim Erteilen eines Befehls. Blockkennzeichen sind nicht mit dem Blocksignal für signalgeführte Züge zu verwechseln. Sie sind auch nicht mit den ETCS-Halttafeln zu verwechseln, denn im Gegensatz zu diesen gebieten sie Zügen, die in der ETCS-Rückfallebene (Betriebsart Staff Responsible) fahren, keinen Halt.

Die LZB-Blockkennzeichen und die bis Ende 2020 errichteten Blockkennzeichen für ETCS sind quadratische weiße Tafeln mit schwarzem Kreis, in dem die Signalbezeichnung angegeben wird. Die ETCS-Blockkennzeichen neuerer Form sind weiße quadratische Tafeln mit schwarzem Rand und schwarzem Pfeil, der auf das Gleis zeigt. Die Signalbezeichnung wird auf einer Zusatztafel angegeben.

Mittels kontinuierlicher Zugbeeinflussung können kleinere Blockabstände („Teilblock“, Hochleistungsblock) als mit ortsfester Signalisierung („Ganzblock“) realisiert werden. Während die Grenzen von Teilblockabschnitten dabei mit Blockkennzeichen gekennzeichnet sind, werden Hauptsignale zumeist nur vor Zugmeldestellen aufgestellt.

Durch Blockkennzeichen können konventionelle Zugfolgeabschnitte mittels Hochleistungsblock in mehrere kurze Teilblockabschnitte unterteilt werden. Damit können Zugfolgezeiten verkürzt und die Leistungsfähigkeit erhöht werden. Blockkennzeichen wurden vor allen Dingen auf Neubaustrecken des Hochgeschwindigkeitsverkehrs sowie einzelnen hochbelasteten Strecken wie der Rheintalbahn und der S-Bahn-Stammstrecke München aufgestellt.

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  3. Teil-Lastenheft 1, Anhang 1: Glossar. (PDF) DB Netz, S. 26, abgerufen am 12. August 2019 (ohne Datum).
  4. Ulrich Maschek: Sicherung des Schienenverkehrs. 4. Auflage. Springer Vieweg, Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-658-22877-4, S. 213.