Blockrandbebauung

Blockrandbebauung (in Österreich auch Blockrandverbauung) bezeichnet eine städtebauliche Gruppierung von Gebäuden in geschlossener Bauweise um einen gemeinsamen Hof (Freifläche). Die Blöcke sind allseitig von Straßen (meist von vier Straßen) eingerahmt und die Bebauung ist zur Straße orientiert.

Die Quartiere in dieser Bebauungsform werden als Blockrandquartiere oder als Häuserblocks bezeichnet. Viele dieser Quartiere entstanden vor allem in Europas Altstädten und Stadterweiterungen der Industrialisierung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts als sogenannte Gründerzeitviertel. Mitunter wurden ganze Planstädte in Blockrandbebauung errichtet, um den steigenden Wohnraumbedarf decken zu können. Blockrandviertel gelten heute oft als bevorzugte Wohnlage bzw. Szeneviertel und vereinen das städtische Leben auf sich. Im Zuge modernen Städtebaus wird die Blockrandbebauung als urbane Wohnform wiederentdeckt. Mitunter werden auch zuvor offene Bauriegel durch Nachverdichtung zu Blockrändern verdichtet.

Die halböffentliche Fläche im Innenhof von Blockrandbauten ist im Allgemeinen begrünt und abgeschirmt von den meist zu einer Straße gewandten Gebäudevorderseiten. Der Hof steht den Bewohnern (Mietern und Eigentümern) zur Nutzung zur Verfügung, meistens steht heute dabei eine Gestaltung mit Pflanzen, eine Kinderspielnutzung oder Funktionsnutzung (z. B. Parkplätze, Gewerbenutzung, Außengastronomie) im Vordergrund. Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Hoffläche meistens für hauswirtschaftliche Tätigkeiten genutzt, wofür es meist Funktionsbauten wie Wasch- und Gerätehäuser sowie Teppichstangen auf dem Hof gab. Bei Wohnungsmangel wurden manche Höfe auch zur Wohnnutzung verdichtet.

  1. Christa Reicher: Städtebauliches Entwerfen. 2. Auflage. Springer Vieweg, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-8348-2646-6, S. 288.
  2. Städter mögen Altbauwohnungen in Blockrand-Quartieren. In: Basler Zeitung, 21. November 2013.