Wohnlage

Die Wohnlage beschreibt die Lagequalität eines Wohngebäudes bzw. einer Wohnung in Bezug auf das Umfeld. Die Wohnlage bedient verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Dazu zählen unter anderem die Mietspiegelberechnung, Grundstücksbewertungen, Stadtplanung (Ableitung von Soll-Wohnlagebewertungen (Neubau), Verbesserung von Wohnlagequalität (Bestand)), Nachfolgeregelung für die Ermittlung des Einheitswerts zur Ermittlung der Grundsteuer, sowie in der Immobilienwirtschaft zur Finanzierung, Bildung von Preiskategorien, Risikoeinschätzung hinsichtlich Wiederverkäuflichkeit für Banken und Immobilienobjektbewertung. Im Firmenbereich ist das Pendant dazu die Geschäftslage.

Der Standort als Determinativkompositum ist der Ort, an welchem sich eine Immobilie geografisch befindet. Die Lage ist als Standortfaktor allgemein bei der Wertermittlung und speziell bei der Grundstücksbewertung von entscheidender Bedeutung. Sie ist der wesentlichste, nicht-materielle preis- und wertbeeinflussende Faktor.

Standort und Lage sind keine Synonyme. Während jede Lage einen Standort hat, wird aus einem Standort erst eine Lage „durch die nutzungsspezifisch unterschiedlich zu beurteilenden Umfeldbedingungen und die sich im Zeitablauf ändernden Marktgegebenheiten …“. Dabei werden die Anforderungen an die Lage wesentlich durch die Nutzungsabsicht bestimmt.

In der Immobilienprojektentwicklung werden für die Errichtung einer Immobilie die drei Faktoren Kapital, Idee und Standort miteinander kombiniert. Während Idee und Kapital auch nach der Errichtung einer Immobilie noch als weitgehend variabel und beeinflussbar zu bezeichnen sind, ist eine einmal getroffene Standortentscheidung durch die hohen Transaktionskosten praktisch nicht mehr beeinflussbar. Der Standort ist mithin einer der wenigen, bei Immobilien nicht änderbaren Faktoren. Die Lage kann sich dagegen durch die Umgebung mittelfristig ändern.

  1. Monika Walther/Günter Muncke/Maike Schwarte, Standort- und Marktanalysen, 2001, S. 5
  2. Jürgen Platz, Immobilien-Management: Prüfkriterien zu Lage, Substanz, Rendite, 1993, S. 49
  3. Michael Mütze (Hrsg.), Immobilieninvestitionen, 2009, S. 1 f.