Naturschutzgebiet Boberger Niederung

Naturschutzgebiet Boberger Niederung

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Boberger Düne

Lage Nordwestlich von Lohbrügge
Fläche 4,64 km²
WDPA-ID 162471
Geographische Lage 53° 31′ N, 10° 9′ O
Einrichtungsdatum 1991, erweitert 2025
Verwaltung BUE

Das Naturschutzgebiet Boberger Niederung liegt in den Hamburger Stadtteilen Billwerder und Lohbrügge. Es ist eines der artenreichsten Naturschutzgebiete der Hansestadt.

Es steht seit 1991 unter Schutz und wurde im Februar 2025 von 355 auf 464 Hektar erweitert. Die Erweiterungsfläche der Boberger Niederung liegt vor allem im Bereich des Billebogens. Das Naturschutzgebiet umfasst die seit 1968 bestehenden Naturdenkmäler Boberger Düne und Achtermoor. Die Boberger Niederung umfasst unter anderem Geest-, Moor- und Marschlandschaften, einen Baggersee, den Boberger See mit Badestellen, sowie die geschützten und im Moorgebiet gelegenen Gewässer Westlicher Achtermoorteich und Östlicher Achtermoorteich. Die Binnendünen sind ein beliebtes Ausflugsziel für die Naherholung. Die zu früheren Zeiten existierenden Bauernhöfe, wie etwa die „Uhlenburg“, wurden aufgegeben und in Klein Nordende bei Elmshorn wieder angesiedelt.

Hinzugekommen sind insbesondere die Boberger Hänge mit ihren Orchideenwiesen. Der Bach Ladenbek zieht sich durch das Gelände. Naturschutz-Experten sprechen von der Boberger Niederung als dem botanisch wertvollsten Gebiet der freien Hansestadt Hamburg. Hier sind noch viele Tierarten, die bereits auf der Roten Liste stehen, beheimatet; 110 Pflanzenarten, die ebenfalls in die Rote Liste eingetragen sind, wie beispielsweise Golddistel, Tausendgüldenkraut und Sumpf-Herzblatt, kommen hier noch vor. Unter den fünf hier anzutreffenden Orchideenarten, Mücken-Händelwurz, Breitblättrige und Sumpf-Stendelwurz, Großes Zweiblatt und Breitblättriges Knabenkraut ist eine, die in ganz Hamburg sonst nicht vorkommt.

Zwar sind auch in der Boberger Niederung in den vergangenen Jahren einige Tierarten, zum Beispiel die Heidelerche, nicht mehr anzutreffen, aber viele gefährdete Tierarten haben hier noch einen Zufluchtsort: der blaue Moorfrosch, die Blauflügelige Ödlandschrecke, der Grünspecht und der Eisvogel. Stark bedrohte Schmetterlinge wie Grünwidderchen und Blutströpfchen und andere Insektenarten wie Dünen-Sandlaufkäfer, Warzenbeißer und Ameisenlöwe finden hier ebenfalls Unterschlupf.

Der zentrale Teil der Schutzgebietsfläche bildet das FFH-Gebiet Boberger Düne und Hangterrassen.

  1. Alexander Fricke (BUKEA): Über 10 Prozent der Landesfläche unter Naturschutz gestellt. Abgerufen am 5. Februar 2025.
  2. Johannes M. Martens: Konzept zur Pflege und Entwicklung schützenswerter Biotope der Vier- und Marschlande. Natur- und Landschaftspflege in Hamburg 11/1985
  3. 2426301 Boberger Düne und Hangterrassen.  (FFH-Gebiet) Steckbriefe der Natura-2000-Gebiete. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 21. Februar 2016. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juli 2023. Suche im Internet Archive ) (siehe dazu die Disk "BfN hat umstrukturiert...")