Moor

Moore sind dauernd nasse Feuchtgebiete mit einer charakteristischen Boden-Vegetation – vor allem Moose, insbesondere Torfmoose, sowie Sauergräser und häufig verschiedene Zwergsträucher –, die aufgrund unvollständiger Zersetzung oft saure, überwiegend nährstoffarme Torfböden von mindestens 30 cm Mächtigkeit bilden. Die Besiedlung mit Bäumen hängt vom Grundwasserspiegel, dem Entwicklungsstand eines Moores und der Ökoregion ab, sodass es neben den typischen offenen Moorflächen auch bewaldete Moore gibt. Moore entstehen, wenn der Pflanzenzuwachs größer ist als der Abbau abgestorbener Phytomasse bei gleichzeitigem Luftabschluss im Boden durch anhaltende Feuchtigkeit.

In der Fachliteratur gibt es zahlreiche Einteilungen verschiedener Moortypen, deren Festlegung und Begrifflichkeiten zudem in fremdsprachigen Veröffentlichungen oftmals abweichend ist. So ist bereits die unkommentierte Gleichsetzung der klassischen Zweiteilung in Hoch- und Niedermoore mit den englischen Begriffen bog und fen problematisch.

Naturnahe Moorökosysteme wurden in vielen europäischen Ländern durch Entwässerungsmaßnahmen und Torfabbau weitgehend zerstört und auf kleine Restflächen reduziert. Jedoch mindern intakte Moore die Folgen der globalen Erwärmung, da sie als Speicher für Treibhausgase fungieren, die bei ihrer Zerstörung freigesetzt werden. Zahlreiche EU-Staaten haben die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz mittlerweile erkannt und Strategien zum Schutz bestehender Moore entwickelt sowie mit der Renaturierung geschädigter Moore durch Flutung bzw. Wiedervernässung begonnen.

  1. Ernst Brunotte, Hans Gebhardt, Manfred Meurer, Peter Meusburger, Josef Nipper: Lexikon der Geographie. Spektrum, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-0416-9, Online-Ausgabe, Stichwort: Moore.
  2. Klimawandel. Rettet die Moore als Treibhausgas-Speicher! Deutsche Welle, aufgerufen am 13. November 2021.
  3. Moorschutzstrategien in Europa Bundesamt für Naturschutz, aufgerufen am 13. November 2021.
  4. Wiederbewässerung von Moorgebieten. Nasse Moore – echte Klimaretter Deutschlandfunk, aufgerufen am 13. November 2021.