Boccaccio (Suppè)

Werkdaten
Titel: Boccaccio
Form: Operette
Originalsprache: Deutsch
Musik: Franz von Suppè
Libretto: Camillo Walzel und Richard Genée
Literarische Vorlage: Motive aus Boccaccios „Decamerone“
Uraufführung: 1. Februar 1879
Ort der Uraufführung: Wien
Ort und Zeit der Handlung: Florenz 1331
Personen
  • Fiametta, Lambertuccios Ziehtochter (Sopran)
  • Giovanni Boccaccio, ihr Liebhaber (Alt)
  • Scalza, Barbier (Bassbuffo)
  • Beatrice, dessen Gattin (Mezzosopran)
  • Leonetto, Student, Beatrices Liebhaber (Bariton)
  • Lotteringhi, Fassbinder (Tenorbuffo)
  • Isabella, dessen Frau (Alt)
  • Pietro, Prinz von Palermo, ihr Liebhaber (Tenor)
  • Lambertuccio, Gewürzkrämer (Tenorbuffo)
  • Petronella, seine Frau (Alt)
  • Majordomus des Herzogs (Bariton)
  • Checco, ein Bettler (Bass)
  • Ein fahrender Buchverkäufer (Bariton)
  • Sieben Studenten (Sopran und Alt)
  • Sechs Gesellen (Tenor und Bass)
  • Haushofmeister des Herzogs (Sprechrolle)
  • Ein Lehrjunge (Sprechrolle)
  • Drei Mägde (Sprechrollen)
  • Bettler, Volk, Hofgesellschaft, Pagen, Gesellen (Chor, Ballett und Statisterie)

Boccaccio, oder Der Prinz von Palermo ist eine komische Oper bzw. Operette in drei Akten von Franz von Suppè. Das Libretto schrieben Camillo Walzel alias Friedrich Zell und Richard Genée, wobei allerdings Fiamettas Arie Hab ich nur deine Liebe, die Treue brauch ich nicht, die Vertonung eines bereits 1857 veröffentlichten Gedichtes von Suppès Freund Heinrich von Littrow ist. Die Operette, deren Libretto Suppè bereits seit Herbst 1876 vorlag, wurde am 1. Februar 1879 am Carltheater in Wien uraufgeführt und gilt als das erfolgreichste Bühnenwerk des Komponisten. Es handelt von Giovanni Boccaccio, dem berühmten Dichter des Decamerone, der hier selbst Held einer Liebesgeschichte wird.

  1. Andreas Weigel: Heinrich von Littrow, der echte Textautor von Suppès „Boccaccio“-Hit „Hab‘ ich nur Deine Liebe“.
  2. „Die bislang früheste bekannte Erwähnung von Suppès Beschäftigung mit dem „Boccaccio“-Libretto stammt vorerst aus der Grazer „Tagespost“. Sie berichtet am 14. November 1876, dass Suppè „wieder eine neue Operette „Boccaccio“ [schreibe], welche noch in dieser Saison [1876/77] in Scene gehen soll.““ Über die Garser „Boccaccio“-Komposition, in: Andreas Weigel: Franz von Suppè (1819–1895). Mensch. Mythos. Musiker. Ehrenbürger von Gars. Begleitpublikation zur Jubiläums-Ausstellung des Zeitbrücke-Museums Gars. Mit Beiträgen von Andreas Weigel, Anton Ehrenberger, Ingrid Scherney und Christine Steininger. Gars am Kamp 2019, 165–195, hier 172.