Bonner Belagerungsmünzen von 1583

Die Bonner Belagerungsmünzen von 1583, auch Bonner Notmünzen und Bonner Notklippen genannt, sind einseitig geprägte Münzen des Kölner Erzbischofs Gebhard Truchseß von Waldburg (1577–1583), die in der Belagerung von Bonn im Jahr 1583 als Sold für seine Truppen im Truchsessischen- oder Kölnischen Krieg geschlagen wurden.

Gebhard hatte einen Waffengang gewagt, besetzte im November 1582 die Residenzstadt Bonn und gab für das Erzstift die protestantische Religion frei. Kaiser Rudolf II. (1576–1612), die Kurie und der Herzog von Bayern, Wilhelm V. der Fromme (1579–1598, † 1626), griffen nun ihrerseits bewaffnet in den Konflikt ein und bewirkten die Wahl des bayerischen Prinzen Ernst zum neuen Erzbischof von Köln. Graf Salentin von Isenburg und Ferdinand von Bayern (1550–1608), der Bruder von Ernst, schlossen im Dezember 1583 mit ihren Belagerungstruppen die besetzte Stadt Bonn ein. Als Bonn eingeschlossen war, musste Gebhard für die angeworbenen Soldaten Notklippen ausgeben lassen.

  1. August Brause-Mansfeld: Feld-, Noth- und Belagerungsmünzen (1897), S. 8/9: Bonn 1583 und Tafel VI.
  2. Herausgeberkollegium Horst Bartel (Leiter): Deutsche Geschichte, Band 3 (1989), S. 248/250.
  3. A. E. Wuerst: Die Münzen und Medaillen Bonns (1868), S. 29: Gebhards gewaltsame Besetzung der Stadt Bonn mit geworbenen Truppen