Buraku
Buraku (japanisch 部落, „Sondergemeinde“) waren in Japan abgegrenzte Flecken, in denen Angehörige der Eta, Hinin oder Burakumin (部落民) lebten, einer unreinen Kaste ähnlich den indischen Chandalas. Sie übten als unrein angesehene Berufe wie Fleischer, Lohgerber, Totengräber und Grabwächter aus. 1871 wurden sie von Kaiser Meiji emanzipiert. Heute werden sie auch als Hisabetsu burakumin (被差別部落民, „diskriminierte Bewohner der Sondergemeinden“) bezeichnet.
Die Minderheit der Burakumin, deren Nachfahren auch heute noch in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen diskriminiert werden, gehörte ethnisch zur japanischen Mehrheitsbevölkerung (im Unterschied zu den Ainu oder den Koreanern, den anderen beiden großen Minderheitengruppen in Japan) und war weder im Aussehen noch durch Religion oder Sitten von den übrigen Japanern zu unterscheiden. Die sozialen Herausforderungen basierend auf ihrer früheren und teilweise noch heute fortbestehenden Diskriminierung werden buraku mondai (部落問題, „Buraku-Problem“) oder dōwa mondai (同和問題, „Integrationsproblem“) genannt.
Offiziell wird die Zahl der Burakumin-Nachfahren mit 1,157 Millionen angegeben, de facto wird die Zahl auf etwa zwei bis drei Millionen und die Zahl ehemaliger Buraku-Gebiete auf 5.000 bis 6.000 geschätzt.
Im Deutschen wird für Burakumin oft nur Buraku verwendet.
- ↑ M. Pohl, H.J. Mayer (Hrsg.): Länderbericht Japan. Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Band 355. 1998, ISBN 3-89331-337-0, S. 119