Casus sancti Galli
Casus sancti Galli (eigentlich: De origine et diversis casibus monasterii Sancti Galli, deutsch St. Galler Klostergeschichten) ist das in lateinischer Sprache verfasste Werk zur Geschichte der Fürstabtei St. Gallen von ihren Anfängen 614 bis 884. Die Handschrift ist etwa zwischen 880 und 900 entstanden und konzentriert sich besonders auf die Rechte und Besitzansprüche des Klosters. Der Verfasser Ratpert von St. Gallen greift dazu auf die Vita sancti Columbani von Jonas von Bobbio und ältere Hagiographien Gallus’ und Otmars zurück.
Nach der Ersterstellung wurde der Text mit der Casuum sancti Galli continuatio von Ekkehard IV. (St. Gallen) bis etwa ins Jahr 972 fortgeführt und danach anonym mit dem Casuum sancti Galli continuatio secunda bis 1234 weitergeschrieben, sodass damit eine Chronologie von mehr als 600 Jahren vorliegt.
- ↑ Casus S. Galli. Repertorium Fontium 9, 425, 22. November 2023.