Charte Waldeck

Die Charte Waldeck war der im weiteren Verlauf der Märzrevolution im Juli 1848 vorgelegte Entwurf einer liberalen Verfassung für das Königreich Preußen, benannt nach dem damaligen Vorsitzenden der preußischen Nationalversammlung Benedikt Waldeck (1802–1870).

Dieser Verfassungsentwurf sah u. a. die Gewährung von Grundrechten (Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Recht auf Waffen u. a.), Einführung einer Volkswehr sowie eine Beschränkung des Vetorechts des Königs gegen Beschlüsse des Parlaments und das allgemeine Wahlrecht für die zweite Kammer des Parlaments vor. Die Umwandlung Preußens in eine konstitutionelle Monarchie in abgeschwächter Form geschah im Dezember 1848 durch eine vom König oktroyierte Verfassung.

  1. Friedrich Ebel: "Der papierne Wisch": Die Bedeutung der Märzrevolution 1848 für die preußische Verfassungsgeschichte (= Schriftenreihe der Juristischen Gesellschaft, Berlin. Band 158). de Gruyter, Berlin 1998, ISBN 978-3-11-016332-2, S. 10 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 12. Januar 2020]).
  2. Michael Kotulla: Das konstitutionelle Verfassungswerk Preußens (1848–1918): Eine Quellensammlung mit historischer Einführung. Springer, Berlin, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-55453-7, S. 7 ff., doi:10.1007/978-3-642-55453-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 12. Januar 2020]).