Clement Attlee

Clement Richard Attlee, 1. Earl Attlee (* 3. Januar 1883 in Putney bei London; † 8. Oktober 1967 in Westminster) war ein britischer Politiker der Labour Party. Geboren in die obere Mittelschicht, durchlief er den typischen Bildungsweg der oberen Gesellschaftsschicht. Danach arbeitete er als Anwalt bzw. Barrister. Attlee führte Labour 1940 in eine Kriegskoalition; unter Premierminister Churchill war Attlee jahrelang Vizepremier und hatte verschiedene Ministerposten inne. 1945 gewann Labour in einem Erdrutschsieg die Unterhauswahl und bildete die Regierung. Attlee wurde Premierminister des Vereinigten Königreichs. Attlees Regierung leitete ein wegweisendes, umfangreiches Reformprogramm ein, mit dem der „Nachkriegskonsens“ begründet wurde. Als bleibende Errungenschaften wurden der National Health Service (NHS, Nationaler Gesundheitsdienst) gegründet, diverse Gesetzte verabschiedet, die das soziale Sicherheitsnetz ausbauten, womit der britische Wohlfahrtsstaat begründet wurde. Weiter wurde ein umfangreiches Bauprogramm eingeleitet, um im vom Krieg zerstörten Großbritannien neuen Wohnraum zu schaffen. Dazu wurden diverse Gesetze verabschiedet, die beispielsweise das Streikrecht reformierten oder die Entkriminalisierung der Prostitution umsetzte. Außenpolitisch begründete Außenminister Ernest Bevan die sogenannte special relationship mit den Vereinigten Staaten und Großbritannien begann damit, seine eigene Atombombe zu bauen, um im Kalten Krieg die eigene Abschreckung zu ermöglichen. In seine Amtszeit fielen auch die Teilung Indiens (15. August 1947) und die Gründung der NATO (4. April 1949).