Co-Counselling

Co-Counselling (im US-amerikanischen Englisch: co-counseling) bezeichnet Psychotherapie, bei der sich Menschen gegenseitig abwechselnd unterstützen, im Unterschied zur klassischen Hierarchie von Therapeut und Patient. Dies kann frei geschehen oder nach verschiedenen Methoden, die unterschiedliche Bezeichnungen tragen, bspw. Dyaden-Meditation, Ehrliches Mitteilen (nach Gopal N. Klein) oder Bewusstheitsübung (nach Christian Meyer). Die meisten dieser Methoden sind inspiriert von Verfahren der humanistischen Psychotherapie wie bspw. Gestalttherapie oder Focusing.

Die psychologische Theorie, auf der Co-Counselling basiert, besagt im Wesentlichen, dass Menschen zwar ungesunde Verhaltensmuster entwickeln, gleichwohl aber das Potential in sich tragen, diese zu durchbrechen. Kinder verlören im Laufe ihrer Sozialisation ihre Fähigkeit zu spontanen Gefühlsäußerungen. Konflikte könnten dadurch nicht mehr angemessen bewältigt werden und sich festfressen.

In der Regel finden Co-Counselling-Sitzungen zu zweit oder zu dritt statt. Eine Person arbeitet, während die anderen unterstützen. Anschließend wird nach einer genau festgelegten Zeit gewechselt, so dass jede Person gleich viel Aufmerksamkeit für ihre Arbeit bekommt. Zusätzlich bestehen Angebote von Co-Counselling-Initiativen für Gruppentreffen, Supervision und Vertiefungen der Arbeit. In Co-Counselling-Sitzungen wird trainiert, Gefühle zu zeigen, sie herauszulassen, was beinhaltet, dass die arbeitende Person mitunter hemmungslos weint, laut schreit, auf Matratzen einschlägt oder lacht. Dieses Entlasten könne katharsische Wirkungen haben, womit gemeint ist, dass fortan Verhaltensmuster nicht mehr ausgeübt würden. Die unterstützende Person gibt keine Ratschläge, sondern hilft der arbeitenden Person nur sehr vorsichtig dabei, in ihre Gefühle hineinzugehen. Ein weiteres Ziel des Co-Counseling ist es, Situationen zu klären oder „Neubewertungen“ zu erreichen, d. h. ein besseres Verständnis oder eine andere kognitive Bewertung eines Problems.