Confederate States Navy

Confederate States Navy
— CSN —


Siegel des Marineministeriums
Aktiv 21. Februar 1861 bis 6. November 1865
Staat Konföderierte Staaten von Amerika
Streitkräfte Streitkräfte der Konföderierten Staaten von Amerika
Typ Teilstreitkraft (Marine)
Hauptquartier Richmond
Führung
Secretary of the Navy Stephen Russell Mallory
Ehemalige
Kommandeure

Franklin Buchanan

Insignien
Seekriegsflagge 1864–1865
Seekriegsflagge 1861–1863
Gösch
1864–1865

Die Confederate States Navy (CSN) stellte während des Sezessionskrieges (1861 bis 1865) die Marinestreitkräfte der Konföderierten Staaten von Amerika.

Schon kurz nach Konsolidierung der neuen Staatengemeinschaft richtete man ein Marineministerium ein und stellte eigene Seestreitkräfte und ein Korps Marinesoldaten (CSMC) auf. Damit wollte man die Häfen und Küsten vor Angriffen der Unionsmarine sichern und ihre wirksamste Waffe, die Küstenblockade, nach und nach neutralisieren. Die nord- und südatlantischen US-Blockadegeschwader sollten dennoch maßgeblich zum Sieg der Union im Bürgerkrieg beitragen. Von Anfang an war der Süden aber aufgrund viel zu geringer Industriekapazitäten sowie Mangel an Material und geeigneten Tiefwasserhäfen in seinen maritimen Möglichkeiten stark eingeschränkt. Dennoch gelang es bemerkenswert rasch, eine – für die damalige Zeit – sehr innovative Marine aufzubauen. Das Flottenkommando kam zu dem Schluss, dass Panzerschiffe den Sicherheitsbedürfnissen der CSA am besten entsprechen würden. Aufgrund der begrenzten Schiffsbaukapazität hielt man es für ausreichend, nur einige schwer gepanzerte Kriegsschiffe zu bauen, um damit die zahlenmäßig weit überlegene US-Navy effektiver bekämpfen zu können. Man verhinderte damit in einigen Fällen die Kontrolle des Vorfeldes der großen Häfen durch die Unionsflotte und zwang sie, oft weit draußen vor der Küste zu ankern. Diese Verteidigungsstrategie der CSN ermöglichte es, die wichtigsten Nachschubwege (unter großen Mühen und Verlusten) bis 1865 offen zu halten.

Von den wenigen Seeschlachten des Bürgerkriegs war nur das Gefecht in den Hampton Roads von einiger Bedeutung. Zu größeren Auseinandersetzungen auf dem zweiten wichtigen maritimen Kriegsschauplatz, dem Mississippi, kam es nicht, da New Orleans (Louisiana) fiel, bevor dort vom Süden eine schlagkräftige Flotte aufgebaut werden konnte. Der dort geführte Krieg bestand daher (größtenteils) darin, dass die Kanonenboote der Unionsmarine die Landtruppen bei der Neutralisierung der feindlichen Batterien und Festungen am Flussufer unterstützten. Nur die konföderierten Kaperschiffe konnten die Handelsschifffahrt des Nordens massiv schädigen und banden einige US-Kriegsschiffe, die ansonsten die Küstenblockade hätten verstärken können. Es gelang dem Süden jedoch nicht, große Tonnagen seiner Baumwolle zu exportieren oder genügend Waffen und Rohstoffe herbeizuschaffen, um den Krieg noch zu seinen Gunsten zu wenden. Auch achtbare Einzelerfolge des CSMC und der Marine konnten die engmaschige Kontrolle der Union über die küstennahen Gewässer und der großen Flüsse nie ernsthaft gefährden. Im Laufe des Krieges stieg die US-Navy zur zweitgrößten Flotte der damaligen Welt auf – die CSN konnte dagegen nur ein Fünftel (und ein Zehntel an Geschützen) davon aufbieten. Marine und Marineinfanterie wurden nach der Niederlage der Konföderation im April 1865 aufgelöst.

Der Amerikanische Bürgerkrieg brachte auch mehrere neue Waffensysteme und Schiffstypen hervor, darunter U-Boote, Torpedo-/Minenleger, Seeminen und das dampfbetriebene Panzerschiff mit drehbarem Geschützturm, auch wenn diese noch unausgereift und teils im Einsatz für ihre Besatzungen lebensgefährlich waren. Mitte des 19. Jahrhunderts erforderten zudem die Weiterentwicklung der Dampfantriebe und die Entwicklung großkalibriger gezogener Kanonen zwingend eine metallene Rumpfpanzerung. Ihr Einsatz demonstrierte deutlich die Überlegenheit gepanzerter Schiffe im Kampf und revolutionierte die Seekriegsführung.

  1. Military Service in the Confederate Navy and Marine Corps, 1861–1865. (PDF) National Archives and Records Administratio, Dezember 2010, S. 2, abgerufen am 11. Dezember 2023 (englisch).