Marschflugkörper

Ein Marschflugkörper (Zusammensetzung aus Marsch und Flugkörper; Lehnübertragung nach englisch cruise missile, so auch eingedeutscht: Cruise-Missile / Cruisemissile; in der ehemaligen DDR: Flügelrakete nach russisch крылатая ракета krylataja raketa, deutsch be-/geflügelte Rakete) ist ein unbemannter Lenkflugkörper, der sich selbst ins Ziel steuert und mit einem Sprengkopf ausgerüstet ist.

Er unterscheidet sich von Raketen, insbesondere ballistischen Raketen durch den aerodynamischen Flug in geringer Höhe über dem Boden.

Der Antrieb erfolgt im Allgemeinen durch ein Mantelstromtriebwerk. Luftschrauben sind unüblich, jedoch denkbar. Für den schnellen Endanlauf kann – nach Abwurf der Marschsektion – ein Raketentriebwerk zum Einsatz kommen. Die neuesten Marschflugkörper nutzen Staustrahltriebwerke.

Die Navigation erfolgt meist durch eine Kombination von Trägheitsnavigation, Gelände-Kontur-Abgleich, Zielgebiets-Bild-Abgleich (Digital Scene-Mapping Area Correlator, DSMAC) und Satellitennavigation, teils auch mit Unterstützung durch ein Synthetic Aperture Radar.

Die Waffe kann von U-Booten, Schiffen, Flugzeugen oder von Land gestartet werden und fliegt mit einer Höhe von 15 bis 100 Metern so niedrig, dass sie nur schwer vom gegnerischen Radar erfasst werden kann. Auch für Infrarot-Sensoren ist sie auf Grund ihrer geringen Wärmeausstrahlung nur schwer erkennbar.

  1. Cruise-Missile. In: duden.de. Duden, abgerufen am 14. Oktober 2024.
  2. Cruisemissile. In: Lexikon. wissen.de, abgerufen am 14. Oktober 2024.
  3. Wolf Oschlies: Würgende und wirkende Wörter – Deutschsprechen in der DDR. Holzapfel, Berlin 1989, ISBN 3-921226-34-1, S. 154.
  4. Flügelrakete. In: dwds.de. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, 27. Mai 2020, abgerufen am 14. Oktober 2024.