Deutscher Freiheitssender 904

Der Deutsche Freiheitssender 904 (DFS 904) war ein propagandistischer Hörfunksender der DDR, der als Geheimsender vom 17. August 1956 bis 30. September 1971 auf der Mittelwellenfrequenz 904 kHz vom Sender Burg ausgestrahlt wurde. Bei der Frequenz handelt es sich um eine Splitfrequenz, die den europaweit vereinbarten Richtlinien zuwiderlief, die für den Mittelwellenrundfunk einen Senderabstand von neun kHz vorschreibt. Der Freiheitssender 904 und die regelkonform sendenden Radiostationen Mailand 899 kHz und London 908 kHz störten sich gegenseitig, was die Hörqualität durch Interferenzprobleme in Form von Pfeifen beeinträchtigte.

Der Sender wurde als Reaktion auf das Verbot der KPD in der Bundesrepublik Deutschland seitens der auf dieses Verbot schon jahrelang vorbereiteten KPD „in enger Verbindung mit den ostdeutschen Genossen … der SED“ gegründet. Der Sender meldete sich erstmals am Abend des 17. August 1956, dem Tag des Urteilsspruchs des Bundesverfassungsgerichts, und ging mit mehreren Sendungen morgens und abends am darauffolgenden Tag in den Regelbetrieb.

  1. Radio-Archiv * Soldatensender 935 * Freiheitssender 904. In: Rias1. Das Radio-Archiv. Abgerufen am 26. Februar 2024.
  2. Jürgen Wilke: Radio im Geheimauftrag. Der Deutsche Freiheitssender 904 und der Deutsche Soldatensender 935 als Instrumente des Kalten Krieges. In: Klaus Arnold, Christoph Classen (Hrsg.): Zwischen Pop und Propaganda, Radio in der DDR. 1. Auflage. Christoph Links Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-86153-343-X, S. 249–266.