Diabetes insipidus renalis
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| N25.1 | Renaler Diabetes insipidus |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| GB90.4A | Nephrogener Diabetes insipidus |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Der Diabetes insipidus renalis (Wasserharnruhr, auch als renaler, nephrogener oder vasopressinresistenter Diabetes insipidus bezeichnet; abgekürzt DIR beziehungsweise NDI), stellt eine seltene, die Nieren betreffende Erkrankung dar. Früher sprach man auch vom pitressinresistenten Diabetes insipidus, vom adiuretinresistenten Diabetes insipidus und vom Diabetes insipidus neurohormonalis. „Der renale Diabetes insipidus entsteht bei einer Refraktärizität der Tubuluszellen gegenüber ausreichend sezerniertem Adiuretin.“
Das lateinische Wort insipidus (= unschmackhaft, ohne Geschmack) wurde im Hinblick auf den Harn gewählt, weil dieser bei der Wasserharnruhr ohne den charakteristischen süßen Geschmack wie beim Diabetes mellitus (Zuckerharnruhr) ist. Das altgriechische Wort νεφρός (nephros) und das lateinische Wort ren (Adjektiv renal) bedeuten Niere.
Anders als der zentrale Diabetes insipidus (Diabetes insipidus centralis) wird der Diabetes insipidus renalis in vielen Fällen durch ein defektes X-Chromosom vererbt. Dadurch kommt es zur Veränderung der Gene, die für die Herausbildung und die Funktionalität der Nierenkanälchen (Tubuli) verantwortlich sind. Daher wurde der renale Diabetes insipidus früher auch tubulärer Diabetes insipidus genannt.
Manche Schädigungen der Nieren können ebenso Ursachen für einen sekundären (symptomatischen, also später im Leben erworbenen, nicht angeborenen) Diabetes insipidus renalis sein.
Der Diabetes insipidus renalis ist nicht mit dem Diabetes insipidus, mit dem Diabetes renalis oder mit dem Diabetes mellitus (auch bekannt als Zuckerkrankheit oder Zuckerharnruhr) zu verwechseln.
- ↑ Brockhaus Enzyklopädie. 19. Auflage. 5. Band, Verlag Friedrich Arnold Brockhaus, Mannheim 1988, ISBN 3-7653-1105-7, S. 439.
- ↑ Robert Hegglin: Differentialdiagnose innerer Krankheiten. 12. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1972, ISBN 3-13-344812-9, S. 726.
- ↑ Gerd Harald Herold: Innere Medizin 2022. Selbstverlag, Köln 2021, ISBN 978-3-9821166-1-7, S. 803 f.
- ↑ Diabetes insipidus; in: Pschyrembel Online (Stand: April 2020). (Zuletzt abgerufen am 29. April 2021.)
- ↑ Nephrogenic Diabetes Insipidus; in: NORD’s Rare Disease Database (Stand: 2019). (Zuletzt abgerufen am 30. April 2021.)
- ↑ Anmerkung: Pitressin und Pitrescin sind andere Bezeichnungen für Vasopressin. Ebenso sprach man früher beim antidiuretischen Stoff auch von Pituitrin, Tonephrin und Hypophysin. Quelle: Wilhelm Nonnenbruch: Die doppelseitigen Nierenkrankheiten - Morbus Brightii. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1949, S. 38.
- ↑ Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Verlag Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung 1966–1977, 2. Ordner (Carg–Ez), München / Berlin / Wien 1967, ISBN 3-541-84000-5, S. D 111 f.
- ↑ Hans Erhard Bock, Werner Kaufmann, Georg-Wilhelm Löhr: Pathophysiologie. 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart / New York 1981, ISBN 3-13-602602-0, S. 364.
- ↑ Wolfgang Piper: Innere Medizin, Springer Verlag, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-33725-6, S. 483 f.
- ↑ Diabetes insipidus; in: Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch mit klinischen Syndromen und Nomina Anatomica, Walter de Gruyter Verlag, Berlin / New York 1982254, S. 238, Spalte 2.
- ↑ Hechanova, L. Aimee, Diabetes Insipidus Renalis; in: MSD Manual (Stand: Januar 2019), deutsche Sprachausgabe. (Zuletzt abgerufen am 29. April 2021.)