Dialogo sopra i due massimi sistemi del mondo

Frontispiz und Titelseite Dialogus de systemate mundi (Systema Cosmicum), lateinische Übersetzung 1635

Dialogo sopra i due massimi sistemi del mondo (deutsch Dialog über die beiden hauptsächlichsten Weltsysteme) ist ein Werk von Galileo Galilei von 1632, in dem er das heliozentrische Weltbild von Nikolaus Kopernikus mit dem geozentrischen Weltbild von Claudius Ptolemäus vergleicht. Im heliozentrischen System kreisen die Erde und die anderen Planeten um die Sonne, während im ptolemäischen System alle Himmelskörper um die Erde kreisen. Galilei schrieb das Werk in Italienisch, um es über den Gelehrtenkreis hinaus zugänglich zu machen. Das Werk war Galileis Mäzen Ferdinando II. de’ Medici, dem Großherzog der Toskana, gewidmet, dem er als außerordentlicher Professor in Pisa, Philosoph und Hofmathematiker diente. Es besteht aus vier platonischen Dialogen zwischen dem Kopernikaner Salviati, dem gebildeten Laien Sagredo und dem Geozentristen Simplicio. Sie diskutieren über die Erkenntnisse ihres „gemeinsamen akademischen Freunds“ (d. h. Galileo).

Dialogo wurde im Februar 1632 in Florenz unter einer Imprimatur der katholischen Kirche veröffentlicht. 1633 verurteilte die Inquisition Galilei als Ketzer und setzte seine Werke auf den Index der verbotenen Bücher. Erst 1835 wurde es daraus entfernt, nachdem die darin diskutierten Theorien 1822 zum Druck zugelassen worden waren. 1635 übersetzte es Matthias Bernegger ins Lateinische als Systema cosmicum (deutsch Das kosmische System) und veröffentlichte es in Leiden im Machtbereich der Reformation. Das geänderte Frontispiz des flämischen Graveurs Jacob van der Heyden zeigte neben dem lateinischen Titel eine wesentlich veränderte Darstellung von Kopernikus entsprechend dessen überlieferten Aussehens.

1641 verlegte Jean Antoine Huguetan in Lyon einen Nachdruck der lateinischen Übersetzung. Im Anhang enthielt er Epistula de mobilitate terrae, et stabilitate solis … (Brief über die Ansicht der Pythagoräer und des Kopernikus über die Beweglichkeit der Erde und die Festigkeit der Sonne und das neue pythagoräische Weltsystem) von Paolo Antonio Foscarini, dessen Inhalt 1616 verboten wurde, weil er die heliozentrische Lehre von Kopernikus verteidigte und in Übereinstimmung mit der Bibel fand. Außerdem wurde Perioche ex introductione in Martem (Auszug aus der Einführung in den Mars) von Johannes Kepler abgedruckt.

Unter dem Titel Opere di Galileo Galilei genehmigte die katholische 1744 in Padua einen Nachdruck, der die Anklage der Inquisition, Galileis Widerruf und eine Dissertation des Benediktiners Augustin Calmet voranstellte.

  1. Maurice A. Finocchiaro: Retrying Galileo, 1633–1992. University of California Press, 2005, ISBN 0-520-94137-3 (google.com [abgerufen am 1. Mai 2025]).
  2. Journal for the History of Astronomy. Science History Publications, 2005 (google.com [abgerufen am 1. Mai 2025]).
  3. The Trial of Galileo: A Chronology. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Februar 2007; abgerufen am 3. Mai 2025 (englisch).
  4. Galileo Galilei: Systema cosmicum: in quo dialogis IV. de duobus maximis mundi systematibus, Ptolemaico & Copernicano, rationibus utrinque propositis indefinite disseritur. Hrsg.: Jean Antoine Huguetan. Lyon 1641 (Latein, archive.org [PDF; 49,8 MB; abgerufen am 8. Oktober 2025]).
  5. Stillman Drake: Galileo: Pioneer Scientist. University of Toronto Press, 1990, ISBN 0-8020-2725-3, S. 187 (englisch, archive.org [abgerufen am 3. Mai 2025]).