Die sieben Brüder (Roman)

Die sieben Brüder (finnisch: Seitsemän veljestä) ist der einzige Roman des finnischen Schriftstellers Aleksis Kivi (1834–1872). Er ist teils noch der nationalen Romantik verhaftet, verweist aber sprachlich und stilistisch sowie durch die Grausamkeit vieler Szenen bereits auf den Realismus. Das Werk, das „auf den ersten Blick wie eine lustige Volkssage daher [kommt], dramaturgisch dazu recht unbeholfen und zuweilen mit erheblichen Längen“, gilt dennoch als das bedeutendste Werk der finnischsprachigen Literatur.

Kivi begann die Arbeit an dem Roman in den frühen 1860er Jahren. 1863 wurde die finnische Sprache offiziell anerkannt. Das Werk wurde 1870 zunächst in vier Folgen einer Abonnementszeitschrift und 1873 in Buchform veröffentlicht. Die Veröffentlichung fiel in Finnland auf das Ende der Ära der Vorherrschaft der schwedischsprachigen Literatur, angeführt von Schriftstellern wie Johan Ludvig Runeberg. Kivi erlebte den Erfolg seines Romans nicht mehr. Von Zeitgenossen wurde das Werk stark kritisiert, auch weil es ein falsches Bild der Finnen abgebe; daher wurde die Zeitschriftenauflage zurückgezogen. Der Schriftsteller August Ahlqvist bezeichnete das Werk nicht nur wegen der verwendeten Volkssprache als „eine lächerliche Arbeit und ein[en] Schandfleck der finnischen Literatur“. Die jungen Männer sind nämlich sämtlich Analphabeten und zeigen sich anfangs, mit zwei Ausnahmen (Lauri und Eero), als angeberischer, streitsüchtiger und gewalttätiger Haufen, der keine Gelegenheit auslässt, eigenes und fremdes Eigentum zu zerstören. Auch der brutale Umgang mit den Tieren des Waldes zeugt von einer wenig harmonischen Beziehung zur Natur. Zudem sind die in den Roman eingebauten märchenhaften Binnenerzählungen von einer häufig ins Absurde kippenden Brutalität, wobei die Gewaltdarstellungen immer ironisch abgeschwächt sind.

  1. Regina Roßbach: Eine haarige Saubande auf literaturkritik.de, 10. Oktober 2014
  2. kirjasto.sci.fi: Aleksis Kivi (Memento vom 24. Dezember 2014 im Internet Archive) (englisch)