Dischwefelsäure

Strukturformel
Allgemeines
Name Dischwefelsäure
Andere Namen
  • Pyroschwefelsäure
  • auch Oleum
Summenformel H2S2O7
Kurzbeschreibung

farblose, hygroskopische Kristalle

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 7783-05-3
EG-Nummer 231-976-8
ECHA-InfoCard 100.029.069
PubChem 62682
Wikidata Q420720
Eigenschaften
Molare Masse 178,14 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,9 g·cm−3

Schmelzpunkt

35 °C

Löslichkeit

mit Wasser heftige Reaktion

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314335
EUH: 014
P: 280301+330+331303+361+353+315304+340305+351+338+310
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).

Dischwefelsäure (auch Pyroschwefelsäure) ist eine Oxosäure des Schwefels und gehört zu den anorganischen Säuren. Sie leitet sich von der Schwefelsäure ab und lässt sich formal als Zusammenlagerung zweier Schwefelsäuremoleküle unter Abspaltung von Wasser darstellen. Dischwefelsäure ist stark hygroskopisch und hochreaktiv, vor allem mit Wasser und organischen Materialien kommt es zu sehr heftigen Reaktionen. Die Salze der Dischwefelsäure werden Disulfate oder Pyrosulfate genannt. Sie können durch Erhitzen von Hydrogensulfaten unter Abspaltung von Wasser erhalten werden.

Dischwefelsäure wird oft mit Oleum gleichgesetzt, dies ist formal jedoch nur für 45%iges Oleum richtig. Bei Oleum (auch rauchende Schwefelsäure genannt) handelt es sich um eine Lösung von Schwefeltrioxid (SO3) in Schwefelsäure (H2SO4) mit veränderlichen Anteilen an Schwefeltrioxid, die je nach Konzentration im Konzentrationsbereich bis 45 % als Gemisch von Schwefelsäure und Dischwefelsäure vorliegen. Die für Oleum angegebenen Konzentrationen bedeuten jeweils den Anteil an „freiem“ SO3 bezogen auf die Oleum-Menge.

Jedoch stellt Oleum in diversen Konzentrationen die im Handel vorherrschende Form von Dischwefelsäure dar, weswegen in diesem Artikel auf dieses Stoffgemisch eingegangen wird.

  1. 1 2 Paul Baumgarten: Über die durch Schwefelsäure bewirkte Spaltung (Sulfolyse) von Harnstoff. Ein einfacher Weg zur Herstellung von Amido-sulfonsäure und Imido-sulfonat. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft. 69, 1936, S. 1929–1937, doi:10.1002/cber.19360690824.
  2. 1 2 3 Eintrag zu Dischwefelsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 10. November 2014.
  3. Brockhaus ABC Chemie, F.A. Brockhausverlag Leipzig 1971, S. 306.
  4. 1 2 Eintrag zu Dischwefelsäure in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2025. (JavaScript erforderlich)