Biosphärenreservat Donaudelta
| Biosphärenreservat Donaudelta | ||
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| Der schmale Teil des Biosphärenreservats Donaudelta nördlich der Grenze liegt in der Ukraine, der größere südliche Teil in Rumänien. | ||
| Lage: | Tulcea, Rumänien | |
| Nächste Stadt: | Tulcea und Constanța | |
| Fläche: | 4178 km² | |
| Gründung: | 1991 | |
| Rosapelikane und Kormorane im ukrainischen Teil des Deltas, 2009 | ||
| Kormoran im Donaudelta, 2012 | ||
| Vögel des Biosphärenreservats Donaudelta, ukrainischer Briefmarkenblock von 2004, abgebildet sind von links nach rechts ein Höckerschwan, eine Zwergscharbe, ein Silberreiher, eine Graugans und ein Löffler | ||
| Donaudelta | |
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| UNESCO-Welterbe | |
| Vertragsstaat(en): | Rumänien |
| Typ: | Natur |
| Kriterien: | (vii)(x) |
| Fläche: | 312.440 ha |
| Referenz-Nr.: | 588 |
| UNESCO-Region: | Europa und Nordamerika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 1991 (Sitzung 15) |
Das Donaudelta (rumänisch Delta Dunării, ukrainisch Дельта Дунаю) befindet sich im Mündungsgebiet der Donau in das Schwarze Meer. Das Donaudelta stellt nach dem Wolgadelta das zweitgrößte Delta Europas dar und umfasst ein Gebiet von 5800 km², wovon 72 % mit einer Fläche von 4178 km² unter Naturschutz stehen. Diese Fläche liegt zu 82,5 % im rumänischen Teil der Landschaft Dobrudscha sowie zu 17,5 % in der Ukraine. Das Donaudelta ist seit 1990 ein Biosphärenreservat.
Der nördliche Teil des Reservats – das eigentliche Delta – wird von den drei aus westlicher Richtung einlaufenden Mündungsarmen der Donau durchflossen, die sich bei Tulcea trennen: dem Chiliaarm als rumänisch-ukrainische Staatsgrenze im Norden, dem Sulinaarm in der Mitte, und dem St. Georgs-Arm (Sfântu-Gheorghe) im Süden. Quasi künstliche Mündungsarme sind einige kurze Kanäle im Delta, wie der ukrainische Bystre-Kanal, sowie der über 100 Kilometer Luftline entfernte Donau-Schwarzmeer-Kanal, der nach 64 km bei Constanța mündet und sowohl der europäischen Schifffahrt über 270 km Umweg zum Schwarzmeer erspart als auch dem Delta zusätzlichen Schiffsverkehr.
Unmittelbar südlich schließt sich der von Kanälen gespeiste Razim-Sinoie-Lagunenkomplex an. Die Gegend ist bereits seit der Antike spärlich besiedelt. Landwirtschaft, Viehzucht und Fischwirtschaft bedienen sich vielfach der natürlichen Ressourcen vor Ort.
In dem Biosphärenreservat konnten bisher etwa 5200 Tier- und Pflanzenarten katalogisiert werden. Die hohe Artenzahl wird einerseits auf das große Angebot von aquatischen und terrestrischen Lebensräumen zurückgeführt, zum anderen auf das geografische Zusammentreffen der zentraleuropäischen Wälder und des Balkangebirges mit den mediterranen Regionen. Die eng miteinander verbundenen Lebensräume wie Röhrichte, schwimmende Inseln, Altarme und Seen, Auwälder und extreme Trockenbiotope in den Dünen bilden im Mündungsgebiet ein einzigartiges Netzwerk von über 30 Ökosystemen. Manche dieser Arten gelten als selten oder vom Aussterben bedroht. Das Reservat beherbergt das mit einer Ausdehnung von etwa 1800 km² weltweit größte zusammenhängende Schilfrohrgebiet und ein bedeutendes Vogelschutzreservat mit der größten Kolonie des Rosapelikans und der zweitgrößten des Krauskopfpelikans Europas.
Rumänien erklärte 1990 als erster Donauanrainerstaat seinen Teil des Deltas zum Biosphärenreservat. Die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung der Ramsar-Konvention konnte 1991 um das Delta erweitert werden. Die UNESCO nahm das Gebiet 1993 in die Weltnaturerbeliste auf. Rumänien wies das Reservat im gleichen Jahr als Naturschutzgebiet von nationaler und internationaler Bedeutung aus. Seit 1998 ist auch der ukrainische Teil des Donaudeltas ein anerkanntes Biosphärenreservat.
Ab den 1960er Jahren wurden weite Teile der Sumpflandschaft für landwirtschaftliche Nutzung trockengelegt, wodurch bis 1986 rund ein Fünftel des natürlichen Lebensraums im Delta zerstört wurde. Im Jahr 2000 verpflichteten sich Rumänien, Bulgarien, die Republik Moldau und die Ukraine zum Schutz und zur Renaturierung der Feuchtgebiete im Verlauf der etwa 1000 Kilometer langen unteren Donau. Mit diesem vom World Wide Fund For Nature (WWF) initiierten Grünen Korridor entstand das größte grenzüberschreitende Schutzgebiet in Europa.
Die Arbeitslosenquote der Ortsansässigen liegt zwischen 30 und 40 Prozent. Sie erhoffen sich Chancen aus den Initiativen der Europäischen Union zur Förderung von Sanftem Tourismus in der Region, jedoch hat der Tourismus punktuell bereits die Grenzen seiner Naturverträglichkeit erreicht. Unfälle der Ölindustrie, die Begradigung und Eindämmung von Schifffahrtswegen, aber auch illegales Wildern beeinträchtigen das ökologische Gleichgewicht.
- 1 2 Rumänisches Fremdenverkehrsamt: Das Donaudelta. Landschaft des Jahres 2008–2009 ( vom 2. Januar 2013 im Internet Archive)
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- ↑ HerpAG Haus der Natur: Donaudelta 2004 ( vom 9. Oktober 2007 im Internet Archive) (PDF; 265 kB) Skriptum Herpetologie, 2004.
- ↑ Judith Brandner: Das Donaudelta – Ein fragiler Naturraum. In: Österreichischer Rundfunk. 5. März 2007.
- ↑ Françoise Hauser: Donaudelta in Rumänien: Bullerbü auf Hartz IV. In: Der Spiegel. 29. August 2008.
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