Echte Fischernetzspinnen

Echte Fischernetzspinnen

Mächtige Fischernetzspinne (Segestria florentina), Weibchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Haplogynae
Familie: Fischernetzspinnen (Segestriidae)
Gattung: Echte Fischernetzspinnen
Wissenschaftlicher Name
Segestria
Latreille, 1804

Die Echten Fischernetzspinnen (Segestria) bilden eine zahlenmäßig kleine Gattung innerhalb der Familie der Fischernetzspinnen (Segestriidae). Ihre 23 Arten waren ursprünglich nahezu ausschließlich in der Holarktis verbreitet, die Mächtige Fischernetzspinne (S. florentina) wurde jedoch auch in Südamerika und auf St. Helena eingeschleppt. In Europa kommen sieben Arten und eine Unterart der Gattung vor. Drei der Arten, die Bayerische (S. bavarica), die Mächtige und die Gewöhnliche Fischernetzspinne (S. senoculata), sind in Mitteleuropa vorkommend. Die Vertreter der Gattung sind kleine bis mittelgroße Spinnen und zeichnen sich wie für die Familie üblich vor allem durch ihren zylindrischen Habitus (Erscheinungsbild) sowie die drei vorderen nach vorne gerichteten Beinpaare aus, ein Anpassungsmerkmal an ihre Lebensweise.

Auch anderweitig entspricht die Biologie der Echten Fischernetzspinnen anderen Fischernetzspinnen. So sind sie nachtaktiv sowie allgemein versteckt lebend und legen charakteristische Netze zwecks des Beuteerwerbs an, die aus einer der Spinne als Aufenthaltsort dienenden Wohnröhre und mehreren davon radiär ausgehenden Spinnfäden bestehen. Letztere haben jedoch keine immobilisierende Funktion, sondern dienen lediglich der Lokalisierung von Beutetieren. Echte Fischernetzspinnen lauern dabei insbesondere nachts am Ausgang ihrer Wohnröhre und halten die drei vorderen Beinpaare nach vorne, was durch ihren Körperbau ermöglicht wird. Beutetiere werden von den Spinnen nach Registrierung blitzartig ergriffen und dann in der Wohnröhre verspeist. Ein spezialisiertes Beutespektrum besteht dabei nicht.

Männliche Echte Fischernetzspinnen suchen das Netz einer arteigenen weiblichen auf, vollführen dann eine Balz und schließlich erfolgt – bei Paarungswilligkeit des Weibchens – die Kopulation. Dieses legt anschließend einen oder mehrere Kokons ab und bewacht diese in seinem Netz. Die Jungtiere wachsen dann selbstständig wie bei allen Spinnen über mehrere Fresshäute (Häutungsstadien) heran. Die drei mitteleuropäischen Arten benötigen zwei Jahre zum Heranwachsen, ehe sie sich fortpflanzen können. Ihr Lebenszyklus nimmt also insgesamt drei Jahre in Anspruch.