Einwohnerwehr

Einwohnerwehren oder Stadtwehren waren freiwillige, ehrenamtliche und auf nebenberuflicher Mitgliedschaft beruhende Verbände, die in der Weimarer Republik in lokalem Wirkungsbereich Aufgaben des Selbstschutzes wahrnahmen. Sie entstanden 1918 nach Ende des Ersten Weltkriegs, um in Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu sorgen. Statt zu einer Stütze für das parlamentarische System, entwickelte sich ein Teil der Einwohnerwehren zu republikfeindlichen Gruppen, die sich weitgehend außerhalb der Kontrolle der Reichsregierung aufbauten und so zur Gefahr für die Weimarer Republik wurden. Nach dem Scheitern des Kapp-Putsches wurden die Einwohnerwehren 1920 (bzw. 1921 in Bayern) aufgelöst.

  1. Peter Bucher: Zur Geschichte der Einwohnerwehren in Preußen 1918-1921. In: Militaergeschichtliche Zeitschrift, 9 (1), S. 15ff.