Endlösung der Judenfrage
„Endlösung der Judenfrage“, kurz „Endlösung“, ist ein Ausdruck aus der Sprache des Nationalsozialismus für den Holocaust bzw. die Schoa. Damit bezeichneten die Nationalsozialisten zunächst die staatlich organisierte Vertreibung oder Umsiedlung von Juden, die deutsche Antisemiten seit etwa 1880 gefordert hatten. Ab Juli 1941 bezeichneten die Nationalsozialisten mit dem Ausdruck ihr Ziel, alle von ihnen als Juden definierten Personen in Europa und darüber hinaus zu ermorden. Dieses Ziel verfolgten sie systematisch bis zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht (8./9. Mai 1945). Der Ausdruck war ein Euphemismus ihrer systematischen Judenvernichtung, um diese nach außen zu tarnen und nach innen ideologisch zu rechtfertigen.
Seit den Nürnberger Prozessen wird der Ausdruck „Endlösung“ fast nur noch als Kürzel für den Holocaust gebraucht; andere Bedeutungen spielen in der deutschen Alltagssprache keine Rolle mehr. Viele Darstellungen des Holocaust zitieren den Ausdruck (englisch final solution, französisch solution finale), im Deutschen meist in distanzierenden Anführungszeichen.
- ↑ Peter Longerich: Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur „Endlösung.“ München 2001, S. 27f. und 166