Eosinophile Ösophagitis
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| K20.0 | Eosinophile Ösophagitis |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Die eosinophile Ösophagitis (EE oder EoE) ist eine Th2-immunvermittelte, chronisch-entzündliche Erkrankung der Speiseröhre (Ösophagus) mit dem typischen Symptom von Schluckbeschwerden (Dysphagie) unterschiedlicher Ausprägung. 1977 wurde sie erstmals beschrieben, und 1978 als eigenständiges Krankheitsbild erkannt. Früher als Rarität angesehen, wird die eosinophile Ösophagitis seit Ende der 1990er Jahre in den industrialisierten Ländern vermehrt diagnostiziert und gilt heute nach der Refluxösophagitis (GERD) als zweithäufigste entzündliche Erkrankung der Speiseröhre. Dies ist einerseits einer besseren Wahrnehmung der Untersucher zuzuschreiben, andererseits kommt sie häufiger vor. Seit 2017 gibt es europäische Leitlinien zur Therapie und Behandlung. Die deutsche S2k-Leitlinie „Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis“ wurde bei der Arbeitsgemeinschaft der Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) am 27. März 2019 unter der Registriernummer 021-013 angemeldet und im März 2023 von der DGVS veröffentlicht. Die eosinophile Ösophagitis gehört zu den primären eosinophilen Erkrankungen, zusammen mit eosinophiler Gastroenteritis, eosinophiler Colitis und Hypereosinophilie-Syndrom mit gastrointestinaler Beteiligung. Die zahlreichen eosinophilen Granulozyten in der entzündeten Schleimhaut der Speiseröhre geben der Erkrankung ihren Namen.
- ↑ J. W. Dobbins, D. Sheahan, J. Behar: Eosinophilic gastroenteritis with esophageal involvement. In: AGA (Hrsg.): Gastroenterology. Nr. 72. Elsevier Verlag, 1977, S. 1312–1316, PMID 870380.
- ↑ R. T. Landres, G. R. Kuster, W. Strum: Eosinophilic esophagitis in a patient with vigorous achalasia. In: AGA (Hrsg.): Gastroenterology. Band 74. Elsevier Verlag, 1978, S. 1298–1301, PMID 648822.
- ↑ A. J. Lucendo: Guidelines on eosinophilic esophagitis: evidence-based statements and recommendations for diagnosis and management in children and adults. In: United European Gastroenterology Journal. Vol. 5, Nr. (3). SAGE, 2017, S. 335–358, doi:10.1177/2050640616689525, PMID 28507746.
- ↑ H. Koop, A. Madisch et al: S2k-Leitlinie „Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis“. In: Webseite der DGVS. Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, 24. März 2023, abgerufen am 26. März 2023.