Erethismus
Als Erethismus (Erethie) bezeichnet man eine krankhaft gesteigerte Erregbarkeit und einen ruhelosen Bewegungsdrang. Die Bezeichnung erethisch kommt aus dem Griechischen (ἐρεθίζω [erethizo]: reizen) und steht für reizbar, erregbar.
In der älteren Form der Psychiatrie wird damit jede Form stärkerer und dauerhafter Erregung bezeichnet. Solche Formen können sein:
- Erethismus ebriosorum der Alkoholiker,
- Erethismus mercurialis (Aufregung und Schlaflosigkeit bei chronischer Quecksilbervergiftung), siehe Hutmachersyndrom,
- Erethismus tropicus als Form des Sonnenstichs, selten gebraucht für Hitzschlag,
- Erethismus vaginae: Vaginismus,
- Erethismus genitalis (gesteigerte geschlechtliche Erregbarkeit).
Heute bezeichnet man damit dranghafte Hyperkinesen bei Kindern. Im ICD-10 werden entsprechend unter F90.8 die sonstigen hyperkinetischen Störungen kodiert.
- 1 2 3 4 Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch. 13./14. Auflage. 1927.
- 1 2 3 4 5 Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. Urban & Fischer Bei Elsevier, 2003, ISBN 3-437-15150-9.
- ↑ dimdi.de ( des vom 6. Mai 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.