Eugen Rosenstock-Huessy
Eugen Friedrich Moritz Rosenstock-Huessy (* 6. Juli 1888 in Steglitz als Eugen Friedrich Moritz Rosenstock; † 24. Februar 1973 in Four Wells bei Norwich, Vermont, USA) war ein deutsch-amerikanischer Rechtshistoriker, Kulturphilosoph und Soziologe. In etablierten Wissenschaftskreisen galt er als „genialer Außenseiter“, dessen Forschungen sich oft keiner der traditionellen Disziplinen zuordnen ließen: Sie behandelten die Rechtsgeschichte, Kirchengeschichte, Sozialgeschichte und die Universalgeschichte, aber auch theologische, philosophische, ethnographische, soziologische und pädagogische Themen. Rosenstock-Huessy entwickelte eine eigene Sprachtheorie, die die Dialogphilosophie seines Freundes Franz Rosenzweig sowie von Ferdinand Ebner und Martin Buber stark beeinflusste. Sein bekanntestes Werk Die Europäischen Revolutionen und der Charakter der Nationen (1931) gilt durch seine Thesen und seinen Gedankenreichtum bis heute als anregendes Meisterwerk. Einige 1931 und 1932 in der katholischen Zeitschrift Hochland veröffentlichte Aufsätze zeichnete er mit dem Pseudonym Ludwig Stahl.