Europäische Holocaustgedenkstätte in Landsberg
Die Europäische Holocaustgedenkstätte in Landsberg am Lech ist eine Gedenkstätte der „Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung e. V.“ aus Landsberg am Lech und wird ehrenamtlich betreut. Eine Besichtigung der „Europäischen Holocaustgedenkstätte“ ist nach Voranmeldung und in individueller Begleitung möglich. Jährlich werden mehr als 70 Führungen, öffentlich und individuell, ehrenamtlich angeboten (Stand 2005). Zudem bringt der Verein jährlich mehr als 900 ehrenamtliche Arbeitsstunden für die Pflege des ehemaligen Konzentrationslager Kaufering VII auf.
Lage „Europäische Holocaust-Gedenkstätte“, ehemaliges „KZ-Außenlager Kaufering VII – Erpfting“. |
Die Gedenkstätte birgt Überreste des KZ-Außenlager Kaufering VII – Landsberg-Erpfting, dem siebten der elf zugeordneten Lager des KZ-Außenlagerkomplex Kaufering, dem größten Komplex der 169 Außenlager des Konzentrationslagers Dachau; unter anderem sechs Ruinen von Tonröhrenbaracken und die letzten Spuren von KZ-Erdhütten. Der Erhalt ist der bürgerlichen Initiative der 1983 gegründeten Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert und dem Engagement von Anton Posset zu verdanken. Der Verein drängte auf eine Unterschutzstellung der baulichen Reste von Lager VII durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und erwarb selbst das Drittel der ehemaligen Lagerfläche, auf dem die bedeutsamsten Baulichkeiten – die Tonröhrenunterkünfte – lagen. Franz Josef Strauß erklärte 1983 auf eine Anfrage von Anton Posset, dass „die fünf im Jahre 1944 angelegten Erdbunker der Nachwelt erhalten bleiben“, indem sie in die Denkmalliste aufgenommen würden. Er bitte weiterhin um Verständnis, dass es die Möglichkeiten des Staates übersteige, mehr zu tun. Die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert übernahm daher 1985 mittels einer Spende des jüdischen Holocaust-Überlebenden Alexander Moksel einen Teil des ehemaligen Geländes von 'KZ-Außenlager Kaufering VII – Erpfting' und begann mit der Gedenk- und Erinnerungsarbeit. Seit 1983 baut sie ehrenamtlich mittels Spenden, eine „Europäische Holocaustgedenkstätte“ in Landsberg auf, um somit dem Holocaust im Raum Landsberg angemessen zu gedenken. Regional stieß sie damit über Jahrzehnte auf Widerstände. Seit spätestens 2005 bereitet die Stiftung Bayerische Gedenkstätten die würdige Gestaltung der Überreste des Lagers vor. 2021 stimmte der Stadtrat Landsberg der Beauftragung einer Planung eines Dokumentationszentrums vor Ort zu.
- ↑ Webseite der Europäischen Holocaustgedenkstätte: Besichtigung und Öffnungszeiten, online unter landsberger-zeitgeschichte.de. Abgerufen am 28. Oktober 2020.
- 1 2 Werner Lauff in Kreisbote Allgäu: Wissenschaftlerin Edith Raim kritisiert Gedenkarbeit, 9. Januar 2019
- ↑ http://www.buergervereinigung-landsberg.de/presse/buergervereinigung/chronik.htm
- ↑ Edith Raim: Die Dachauer KZ-Außenkommandos Kaufering und Mühldorf – Rüstungsbauten und Zwangsarbeit im letzten Kriegsjahr 1944/45, München, Universität, Philos. Fak. für Geschichts- und Kunstwissenschaften, Dissertation 1992, Neumeyer, Landsberg am Lech 1992, 317 S., ISBN 3-920216-56-3, S. 151f, 170–174, 193–195, 272
- ↑ J. Ramming, D. Stonus: Machbarkeitsstudie für einen Dokumentationsort zum ehemaligen KZ-Außenlagerkomplex Landsberg / Kaufering. Hrsg.: FranKonzept. Würzburg April 2016, S. 82, Stiftung Bayerische Gedenkstätten [PDF;20,3 MB; Anmeldung benötigt] oder als Download ( vom 11. Dezember 2021 im Internet Archive)
- ↑ Brief Strauß an Posset vom 15. Oktober 1983: Außenkommando Kaufering des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau, online unter buergervereinigung-landsberg.de. Abgerufen am 14. September 2021
- ↑ J. Ramming, D. Stonus: Machbarkeitsstudie für einen Dokumentationsort zum ehemaligen KZ-Außenlagerkomplex Landsberg / Kaufering. Hrsg.: FranKonzept. Würzburg April 2016, S. 74, Stiftung Bayerische Gedenkstätten [PDF;20,3 MB; Anmeldung benötigt] oder als Download ( vom 11. Dezember 2021 im Internet Archive)
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