Evangelisation
Evangelisation oder Evangelisierung (eher im katholischen Bereich gebräuchlich) bezeichnet die Verbreitung des Evangeliums von Jesus Christus. Sie kann sowohl im Sinne der Missionierung Nicht- oder Andersgläubiger betrieben werden, die auf die Bekehrung (Konversion) und Taufe der Angesprochenen abzielt, als auch im Sinne einer Katechese zur Neubelebung oder Wiedererweckung des Glaubens bereits getaufter Christen.
In einem engeren Begriffsverständnis benutzt man in evangelischen und evangelikalen Kreisen den Ausdruck Evangelisation häufig als Bezeichnung für mehr oder weniger aufwändige Verkündigungsveranstaltungen, die sich primär an Kirchendistanzierte und Nichtchristen richten. Die Formen dieser Evangelisationen, deren Geschichte ins 18. Jahrhundert zurückgeht, sind vielfältig; sie reichen von Großevangelisationen über Evangelisationswochen in kirchlichen Räumen sowie Zeltevangelisationen bis hin zum so genannten evangelistischen Straßeneinsatz und zur persönlichen Evangelisation.
Oft werden die Begriffe Mission/Missionierung und Evangelisation (hier verstanden als Versuch, nichtgläubige Menschen zur Konversion zu bewegen) im alltäglichen Sprachgebrauch synonym verwendet. Wo sie aber unterschieden werden, wird „Mission“ i. d. R. als Überbegriff gebraucht und bezeichnet die gesamte Sendung der Kirche in die Welt. Sie umfasst als einen (zentralen) Aspekt Evangelisation, aber auch den Einsatz für Gerechtigkeit, die Bewahrung der Schöpfung u. a. Heutige theologische Konzeptionen von Evangelisation verorten den Begriff seit Mitte des 20. Jahrhunderts oft in der Missio Dei.
Ein wirkungsgeschichtlich bedeutender biblischer Text für die Bildung von Evangelisationsverständnissen (im weiteren wie auch im engeren Sinn) ist der so genannte Missionsbefehl Jesu (Mt 28,18-20), mit dem die Jünger aufgefordert werden, hinaus in alle Welt zu gehen und die Frohe Botschaft zu verkünden.
- ↑ Anglican Communion Office: Anglican Communion: Marks of Mission. Abgerufen am 13. Januar 2026 (englisch).